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Hans Deters, der Protagonist von Thetis. Buenos Aires, findet sich am Anfang des Romans zwischen Feuerwehr- und Notarztwägen wieder. Er weiß, dass er eine Verabredung hat, doch ansonsten ist sein Realitätssinn mehr als durcheinander geraten. Aus dem vertrauten Berlin hat es ihn nach Buenos Aires verschlagen, doch dabei handelt es sich keineswegs um die argentinische Hauptstadt, sondern um eine virtuelle Welt, die nur im Computer des Autors Herbst existiert. Der wiederum glaubt fälschlicherweise Herr der Lage zu sein, doch er ist nicht der einzige, der Deters' Schicksal bestimmt.
Science Fiction als hermetisches Genre lebt in erster Linie von Einfallsreichtum und Ideendichte, stilistische Experimente finden sich eher selten. Alban Nicolai Herbst schreckt das wenig, er möchte den virtuellen Spaziergängen eines William Gibson oder John Shirley auch sprachlich etwas entgegensetzen. Das macht die Lektüre von Buenos Aires. Anderswelt nicht immer einfach, aber auch ein komplexeres Musikstück macht großen Spaß, hat man den Rhythmus erst einmal gefunden.
Ob Buenos Aires. Anderswelt allerdings für sich lesbar ist, muss bezweifelt werden. Und das ist eigentlich schade, denn hier hat sich Herbst einmal mit deutlich unter tausend Seiten beschieden. Wer bisher noch keinen seiner Romane kennt, sollte es eher mit Wolpertinger versuchen. Immerhin gibt es wenige deutsche Autoren, die mit einem ähnlich hohen Einsatz spielen. --Hannes Riffel
Buenos Aires. Anderswelt ist der zweite Teil einer Trilogie, die Alban Nikolai Herbst 1998 mit dem Roman Thetis. Anderswelt eröffnete. An dessen Ende war die Hauptfigur Hans Erich Deters in einem furiosen Showdown vor den Gestalten seiner Fantasie aus dem Berliner "Café Silberstein" geflüchtet und in seiner hoch technisierten Anderswelt gelandet. Orientierungslos steht er nun in der imaginierten Megastadt "Buenos Aires", in einem panischen Szenario aus Polizei- und Krankenwagen, durcheinander rennenden Sanitätern, schaulustigen Nachtschwärmern und eigenen Phantasmen. An einem schönen Junitag war er in Berlin losspaziert und ist über Nacht am 1. November angekommen, neun Jahre später zumal. Eine Frau spricht ihn an, er geht mit ihr, geht wieder fort, geht mit einer anderen weiter. Sein Zuhause gibt es nicht mehr, und er wird auch mit einer Lebensgeschichte konfrontiert, die seine ist und doch auch wieder nicht: er ist verheiratet, wohnt nicht dort, wo er zu wohnen glaubt, ja, er ist jemand anders. Seine Erinnerungen verschieben sich allmählich in die eines neuen, umprogrammierten Deters, doch ohne dass sich die alten löschen ließen. Und der 1. November vergeht nicht: Heute war der 1. November, gestern war der 1. November, und morgen würde abermals nicht ein, sondern derselbe 1. November sein. Also macht er sich endlich auf die Suche nach der verlorenen Dunckerstraße in Berlin, zurück in die Realität. Gibt es sie aber? Ist nicht sie selbst nur Fantasie? Und ist nicht alles Geschehen möglicherweise Teil eines großen kybernetischen Experiments?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
1.0 von 5 Sternen
Entäuschend,
Von
Rezension bezieht sich auf: Buenos Aires. Anderswelt. Kybernetischer Roman (Gebundene Ausgabe)
Hatte hohe Erwartungen an dieses Buch, die es aber leider enttäuscht hat. Herbst ergeht sich viel in ästhetischen Spielereien die die Handlung nicht voranbringen. Sein Erzähl-Kosmos ist bei näherem Hinsehen fade und eindimensional, da hilft selbst das Abbarbeiten an Homer nichts...
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