In der heutigen Zeit Bücher zu finden, die Tiefgang und Substanz haben, ist manchmal, als würde man eine Stecknadel im Heuhaufen suchen. Das Buch von Matthias Ennenbach ist eine solche Stecknadel. Es ist ein tiefgehendes und erleuchtendes Buch zugleich. Es ist ein kognitiv gut nachvollziehbares und gut strukturiertes Buch für Menschen, die sich sowohl für Buddhismus, Psychotherapie, Spiritualität, Wissenschaft als Methode als auch für die persönliche Weiterentwicklung interessieren. Das Besondere an diesem Buch ist, dass der Autor nicht nur über ein theoretisches Konstrukt schreibt, sondern durch seine langjährige Erfahrung in Kliniken, Krankenhäusern, Psychiatrien, psychosomatischen Rehakliniken und durch seine langjährige persönliche buddhistische Praxis auf ein tiefes persönliches Erleben zurückgreifen kann. Dadurch gibt er sowohl Therapeuten und Ärzten als auch Laien ein alltagstaugliches Werkzeug an die Hand, das sie darin unterstützt, einen Weg der Heilung zu gehen. Dazu verwebt Matthias Ennenbach auf den 470 Seiten altbewährte buddhistische Heilmethoden mit erfolgreichen Techniken der wesentlichen Kultur. Das Ergebnis: die BPT, die Buddhistische Psychotherapie, die Ennenbach als ein Integrationsprojekt versteht, das sich möglichst vieler Ressourcen aus unterschiedlichsten Quellen - sprich buddhistischen Praktiken und westlichen Therapien - bedient, ohne dabei oberflächlich oder unseriös zu werden. Dabei ist die BPT nicht nur für die Behandlung von Problemen gedacht, sondern versteht sich bewusst auch als eine gut erprobte Sammlung von buddhistisch-psychotherapeutischen Lehren und Maßnahmen zur Förderung von heilsamen Zuständen. Es geht also nicht nur um die Beseitigung negativer Zustände, sondern insbesondere auch um die Unterstützung und Stabilisierung unserer positiven Eigenschaften. Dieser Ansatz ist besonders lobenswert, da sich der Mensch leider tendenziell immer wieder mit negativen Gedanken und Aspekten beschäftigt und wir in unserer Kultur nicht gelernt haben, unseren Geist auf Positives zu richten. Durch diese besondere Ausrichtung eröffnet sich ein Blick, der weiter ist als das ewige Kreisen um das eigene Leid. Es zeigt sich im Verlauf des Buchs ein viel größerer Bezugsrahmen - nämlich die Möglichkeit, unser eigenes menschliches Potenzial auf heilsame Weise zur Entfaltung zu bringen - ausgerichtet auf zwischenmenschliches Verständnis und die Hoffnung, dass wir uns nicht nur individuell, sondern auch noch als Spezies weiterentwickeln können.