Buddhismus zur Einführung füllt wie auch andere Bücher aus der Reihe „Zur Einführung" des Junius Verlages eine Nische der wissenschaftlichen Übersichtliteratur, diesmal zum Thema Buddhismus. Wichtiger als ihre Traditionen macht die Gedankenwelt eine Weltreligion aus, ohne daß man die Religion gleich zur Philosophie erklären muß. Im Unterschied zu manch anderem Buch zu diesem Thema geht es hier nicht um Meditation, nicht um Rituale der Volksgläubigkeit und da das Buch nicht bebildert ist, auch nicht um schöne Tempelbauten. Der junge Autor, der an seiner Dissertation auf dem Gebiet der vergleichenden Sprachphilosophie arbeitet, vermittelt in diesem kleinen Band einen neutralen und nicht-spekulativen Eindruck über buddhistisches Denken. Dieses Denken ist nicht sprachlich ausdrückbar, so beginnt die Lektüre und dieses Rätsel bleibt bis zum Ende ungelöst. Viele Beispiele beleuchten aber die begrifflichen Eigenheiten des Buddhismus und die Sichtweise der buddhistischen Lehre. Jens Schlieter beginnt mit der Überlieferung, der Vedas und der Upanischaden, um im Großteil des Buches die buddhistische Philosophie zu verdeutlichen. Die Entwicklungslinie des buddhistischen Denkens führt dann am Ende des Buches zu den regionalen Lehrsystemen dieser Religion. Der Text dieser „Einführung", versetzt mit vielen Klammern und Kursivschriften, empfand ich am Anfang schwer zugänglich, jedoch mit einiger Ausdauer habe ich mich daran gewöhnt. Ein Register und ein Glossar, die beide leider fehlen, wären hilfreich geswesen.