Allen, die lieber fragen statt zu glauben, allen, die lieber selbst denken statt denken zu lassen, allen, die um Dogmen und Orthodoxie gerne einen großen Bogen machen - denen sei dieses unkonventionelle Buch ans Herz gelegt. Batchelor präsentiert uns hier eine zeitgemäße, moderne Lesart des Buddhismus, die es vermag, besonders westlichen Lesern die Lehre des Gautama näher zu bringen. Aus einer agnostischen Perspektive setzt sich Batchelor mit der alten indischen Religion auseinander und entkleidet sie auf der Suche nach ihren Kernaussagen von allem historischem Ballast. Müssen alle Buddhisten an Wiedergeburt glauben? Nein, sagt der Autor. Was ist mit meinem Karma? Zerbrich dir nicht den Kopf darüber! Ist Buddhismus eigentlich eine Religion? In seiner brauchbarsten Variante, nein!
Batchelor komt bei seiner Darstellung der buddhistischen Lehre mit einem Minimum an Fachvokabular aus. Seine Sprache ist knapp und konzentriert, und zwingt dem Leser zu einer gebremsten, hochkonzentrierten Lektüre.
Lediglich die deutsche Übersetzung ist hin und wieder missglückt. Batchelor wählt für den Begriff des "Leidens" (dukkha), der für das buddhistische Denken zentral ist, das englische Wort "anguish" (Pein, Schmerz, Qual), anstelle des üblichen "suffering". Im Deutschen wird daraus "Angst", was die Sache nun überhaupt nicht mehr trifft.