Dieses Buch beschäftigt sich mit der buddhistischen Philosophie Nagarjunas, mit den philosophischen Grundlagen der Quantenphysik und mit solchen Philosophen wie Whitehead und Gadamer, die die Wegbereiter des Prozeßdenkens waren. Im Stil geht es nach der Devise Albert Einsteins vor, der einmal gesagt hatte: "Man soll die Dinge so einfach wie möglich darstellen, aber nicht einfacher". Ich habe mich gefragt, was in dem Buch neu ist und was F. Capra nicht bereits vor 30 Jahren gesagt hat. Nun Capra ist ein Holist, für ihn ist alles mit allem verbunden, das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Dieser Holismus verpackt alles in eine Wolke. Dagegen beschäftigt sich die Philosophie Nagarjunas und auch die Quantenphysik mit ganz präzisen Abhängigkeiten der Dinge, mit konkreten Wechselwirkungen zwischen den Dingen, mit dem, was zwischen den Dingen liegt. Und genau das hat der Autor heraus gestellt. Er hat nicht nur das Substanzdenken und den Subjektivismus, sondern auch den Holismus zurückgewiesen. Aber ganz besonders hat er eine vierte Richtung unter die Lupe genommen, die er Instrumentalismus nennt und nach der alles nur Information sein soll, so als ob es nun überhaupt keine Wirklichkeit mehr geben soll. Das hat mich am meisten überzeugt und das ist eine Weiterentwicklung des gesamten Themas. Hier kommt die philosophische Grundlage zur Geltung. Wenn man das substantielle Denken überwunden hat, besteht die Gefahr, beim Subjektivismus stehen zu bleiben. Und wenn man den Dualismus von beidem überwunden hat, könnte man beim Holismus anhalten. Wenn man diese drei Positionen ablehnt, könnte man meinen, daß alles nur aus Konzepten oder Informationen besteht. Aber erst nach der Überwindung von diesen vier extremen Positionen kommt die grundlegende Abhängigkeit der Dinge zutage. Das ist ein vielleicht schwieriger, aber gründlicher Weg, sich nicht in extremen Sichtweisen zu verfangen. Insofern finde ich die Darstellung gelungen, sehr anregend und auch hilfreich, um loszulassen, um dann endlich alles nicht mehr in Betracht zu ziehen, um sich von allem zu befreien, um sich von sich selbst zu befreien, von eigenen Egoismus und von allen Verstrickungen. Mir war die Lektüre dieses Buches eine Hilfe, mit meinen eigenen Verwirrungen fertig zu werden.