Deepak Chopra hat einen ganz fürchterlichen Erzählstil. Es kommt keine Spannung auf, noch wird man neugierig wie es weitergeht und eine buddhistische Unterweisung liefert der Autor auch nicht.
Zwei Sterne gibt es von mir für die ganz brauchbare Schilderung des Prinzen Siddhartha während seiner Askese.
Nach seiner Askese beschließt Siddhartha den Mittleren Weg zu gehen, wieder Nahrung aufzunehmen und es mit Meditation zu versuchen um die Erleuchtung zu erlangen.
Dieser Meditationsweg wird als Kampf mit Mara, dem Gott der Unterwelt, geschildert.
Dabei ist Mara doch nur als Metapher zu verstehen, der den Asketen Siddhatha mit Verlangen, Hass und Verblendung von der Erleuchtung abhalten will.
Im Buch erscheint Mara wirklich und führt mit dem späteren Buddha einen Kampf.
Buddha, sagte sein Leben lang, dass jeder Mensch Buddhanatur hat und jeder Mensch das Potential zu Erleuchtung in sich hat. Nach Deepak Chopra müßte also, jeder, der die Erleuchtung erlangen will mit Mara kämpfen und nicht Hinneigung, Abneigung und Blendung überwinden, wie es buddhistische Lehren überliefert haben.
Nach dem Kampf mit Mara wird Siddhartha zum Buddha. Er trifft kurze Zeit später seine Ehefrau wieder und sie umarmt ihn vor Freude. Der Buddha ermahnt seine Ehefrau dies nie wieder zu machen.
Hallo? Der Buddha hat die Leidenschaften überwunden, er hat sie durchschaut also welch eine Gefahr geht von einer Umarmung für einen Buddha aus? Gar keine!
Buddhas großer Gegenspieler Devata hat währenddessen Truppen versammelt und zieht mit einer Armee gegen die Armee von Buddhas Vater. Auf dem Schlachtfeld prallen die zwei Armeen zusammen und die Schlacht beginnt. Mittendrin -so die Phantasie des Autors- latscht der Buddha und verteilt buddhistische Weisheiten an die kämpfenden Soldaten.
Unrealistischer gehts nimmer.
Nach dieser Schlacht -kurz nach Siddharthas Erleuchtung- endet das Buch. Es fehlen also noch 45 Lebensjahre des Buddha.
Obwohl ich praktizierender Buddhist bin und schon mehrere hundert buddhistische Bücher gelsen habe, mußte ich mich regelrecht dazu zwingen weiterzulesen.
Wer an einer Biographie Buddhas als Roman interessiert ist, dem empfehle ich Thich Nhat Han's Meisterwerk "Wie Siddhartha zum Buddha wurde".