Die hilfreichsten Kundenrezensionen
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138 von 149 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Wer es wagt, gewinnt mehr als er denk .........., 29. Juni 2003
„Glaubt ihr, ihr haltet 760 Seiten als Lektüre durch?" fragte uns unser Deutschlehrer vor ca. 3 Monaten. Von Thomas Mann hatte jeder schon mal gehört und der Namen „Buddenbrooks" klang irgendwie vertraut, aber so richtig wusste keiner, worauf wir uns da einließen. Wir wurden für verrückt erklärt, in der 11. Klasse so ein dickes Buch als Lektüre zu verwenden. Aber wir haben es gewagt und geschafft und das Buch nicht nur oberflächlich gelesen, sonder genau kennen und vor allem lieben gelernt! Die Geschichte der Kaufmannsfamilie Buddenbrook hat uns nach und nach alle in ihren Bann gezogen. Je mehr man sich mit diesem Buch beschäftigt desto mehr fühlt man sich mit den Personen verbunden. Thomas Mann erzählt nicht nur den Lebensabschnitt einer Person, so wie das bei andern Büchern oft üblich ist, sondern er erzählt das Leben einer Familie über 3 Generationen. Er schildert das Leben realitätsnah und in allen Facetten. Immer mehr Schatten legen sich über das Geschehen, dass am Anfang noch so harmonisch beginnt. Die Tochter Antonie lässt sich aus Pflichtgefühl auf eine Ehe ein, die sie nicht will, Christian beschäftigt sich mehr mit seinen „Leiden" und mit dem Theater, als mit einer Ausbildung, Thomas, der das Familiengeschäft übernimmt droht immer mehr unter dem Druck ein zu gehen. Diese und noch unzählige weitere Geschichten verspinnen sich zu einem beindruckenden Roman. Parallel zum Verfall des Handelshauses geht auch die einst angesehene Familie immer mehr ein. Man leidet mit den einen Personen, man wird wütend über das Verhalten anderer, man weint mit über verpasste Chancen und unerfüllte Wünsche. Aber man kann auch viele komische Momente in diesem Buch finden, z.B. die Ironie mit der Thomas Mann bestimmte Personen oder Handlungen beschreibt. Und die Art wie er lustige Situationen schafft. So sorgt z.B. ein ruppiger Bayer als baldiger Heiratskandidat in den feinen Kreisen von Lübeck für Missverständnisse und peinliche Vorgänge. „Buddenbrooks" hat uns viel zu Diskussionen angeregt. Inwiefern spielen Menschen eine Rolle? Wie viel Einfluss hat die Erziehung auf das spätere Verhalten und wie viel Schaden kann dadurch angerichtet werden.? Was ist im Leben wirklich wichtig? Ich für meinen Teil bin sehr froh dieses Buch gelesen zu haben. Thomas Manns Stil, seine Bildsprache und seine Art eine bestimmte Handlung zu kritisieren, ohne einem die Chance einer eigenen Meinung weg zu nehmen ist beeindruckend. Vor allem wenn man bedängt, das „Buddenbrooks" sein Erstling ist und mit gerade Mal 25 Jahren geschrieben wurde. Es ist nicht nur die Geschichte einer Familie, sondern auch die einer Gesellschaft, die langsam beginnt sich zu verändern. Fazit: Dieses Buch beeindruckt in jeder Hinsicht! UNBEDINGT LESEN!!!!
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24 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Verfall einer Familie, 22. März 2007
Lübeck, Handel und Familiendynastien. Die drei großen Pfeiler, auf die Thomas Mann seine "Buddenbrooks" baute. Bekannt für seine endlos langen Schachtelsätze hält sich Mann hier im Stil wohltuend knapp (jedenfalls im Vergleich zu manch anderem Werk). Manchmal ist der Stil trotzdem etwas schwer (weil ziemlich gestelzt) zu lesen. Deswegen gibt es einen Punkt Abzug. Mag die Geschichte auch relativ alltäglich sein - der Blickpunkt ist es nicht. Mann zeigt hier auf, wie eine reiche, angesehene Familie von Generation zu Generation immer mehr verweichlicht, von den eigenen Prinzipien abkommt und schließlich vor die Hunde geht. Und Mann berichtet davon wie ein eiskalter Beobachter, der gerade eine Fruchtfliege seziert. Er bleibt gleich emotionslos - egal, ob er gerade einen Raum oder einen Tod beschreibt. Und das ist wirklich ein genial gnadenloser Blickwinkel. Da seziert man doch gerne literarisch!
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58 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Jahrhundertroman!, 16. Oktober 2005
Zu Thomas Manns "Buddenbrooks" fallen mir - noch ganz unter dem rauschhaften Eindruck des Leseerlebnisses - wirklich nur Superlativen ein! 1901 entstand dieser Roman über den Verfall einer Lübecker Kaufmannsfamilie und auch wenn es heute kein Großbürgertum von diesem Ausmaß mehr gibt und die Welt der Senatoren und Konsuln untergegangen ist, ist dieser Roman von einer Lesbarkeit und Aktualität, die man heutzutage kaum mehr antrifft. Darüber hinaus beschreibt Thomas Mann seine Figuren mit einer Liebe zum Detail und einer so sanften Ironie, dass den Leser immer wieder eine tiefe Freude erfasst! Drei Generationen und die Zeit von 1835 bis 1877 umfasst dieser Roman und es kommt alles darin vor, was das Leben zu bieten hat: Gewinner und Verlierer, Mutige und Verzagte, Glück und Unglück, Wohlstand und Aufstieg, Siechtum und Niedergang! Die vielen Handlungsstränge und die Fülle der Figuren sind so perfekt komponiert, dass es den Leser stets bei der Stange hält. Thomas Mann, dessen Werk ja derzeit eine Renaissance erfährt, ist zurecht einer der wichtigsten Schriftsteller des 20.Jahrhunderts, der auch heutigen Lesegenerationen viel zu sagen hat. Unfasslich bleibt mir zuletzt, dass er dieses Buch mit nur fünfundzwanzig Jahren schrieb: Ein Meisterwerk!
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