Ginge es hier nur darum, den autobiografischen Teil des Buches zu bewerten, bekäme "Bud Spencer - In Achtzig Jahren um die Welt" von mir die volle Punktzahl. Leider beinhaltet dieses Buch auch Kapitel, die fast schon eine Frechheit sind....aber der Reihe nach:
Nach einem einleitenden Epilog und etwas schleppenden Beginn geht es ab Kapitel 2 endlich los. Bud Spencer bzw. Carlo Pedersoli erzählt von seinen Reisen in andere Länder, von diversen Filmdrehs, sein Verhältnis zu einigen Regisseuren, Schauspielern etc. und von seiner Familie. Auch auf seine Tätigkeiten als Pilot, Unternehmer und Erfinder geht er ein. Zwar wiederholt er sich manchmal und greift auch Themen auf, die bereits im ersten Teil seiner Autobiografie behandelt wurden, insgesamt sind diese Kapitel jedoch durchgehend lesenswert und sehr interessant. Am meisten bin ich von seinen Reisen fasziniert; aber auch das Kapitel über seine Familie ist ein Highlight dieses Buches, da man hier Einiges über den Privatmensch Pedersoli erfährt. Die dazugehörige Fotostrecke rundet diesen Teil angemessen ab.
Ein komplettes Kapitel widmet Bud Spencer seinem langjährigen Filmpartner Terence Hill. Zwar gibt es hier auch die ein oder andere nette Anekdote, insgesamt ist dieses Kapitel aber eher eine Danksagung an Terence Hill und enthält für den Leser nur wenig Informationswert. Wäre die Autobiografie hier beendet gewesen, hätte man wohl rundum zufrieden sein können, bis auf ein paar wenige Kritikpunkte.
Was nun kommt, läßt mich immer noch mit dem Kopf schütteln. Auf knapp 20 Seiten werden Zitate und Dialoge aus seinen Filmen vorgetragen. Einfach so....ohne das zwischendurch dazu was erläutert wird, reiht sich Dialog an Dialog. Das braucht kein Mensch. Auf den nächsten Seiten wird dargestellt, wie die Filmfigur Bud Spencer im fiktiven Kampf mit anderen Filmfiguren bzw. Superhelden abgeschnitten hätte (Bud Spencer vs. Spiderman, Bud Spencer vs. Superman, Bud Spencer vs. Godzilla etc.). Was soll das? Dieses Kapitel zieht sich unheimlich in die Länge und ist noch nicht einmal witzig geschrieben.
Danach gibt es eine Art Wörterbuch in dem einzelne (vollkommen alltägliche) Begriffe mit einem Bezug zu Bud Spencer erklärt werden, was arg konstruiert daher kommt und weder lustig noch informativ ist. Schlußendlich gibt es noch ein Kapitel, indem Bud Spencer Fragen seiner Fans beantwortet, die im Vorfeld dieser Autobiografie eingereicht werden konnten. Richtig interessant finde ich das auch nicht, da die Fragen überwiegend belanglos sind, jedoch hat dieser Teil wenigstens noch irgendwie eine Berechtigung in diesem Buch zu stehen.
Die abschließenden Kapitel versauen einem den erfreulichen Gesamteindruck, den man von dieser Autobiografie zuvor bekommen hat.
Von daher "nur" 4 Punkte von mir....über dieses Füllwerk kann man nicht hinwegsehen und muß dieses auch entsprechend in die Bewertung einfließen lassen.