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Bucklichter Dronte: Lesebuch des interantinationalen Stirner- und Nietzsche-Kreises Bonn
 
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Bucklichter Dronte: Lesebuch des interantinationalen Stirner- und Nietzsche-Kreises Bonn [Taschenbuch]

Friedrich Haller , Dominik Dombrowski , Martin Schwarzin
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)

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Produktinformation

  • Taschenbuch: 309 Seiten
  • Verlag: Haller, Friedrich; Auflage: 1
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3934917089
  • ISBN-13: 978-3934917088
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 5.482.538 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
Wer soll ihn lesen? 28. Mai 2010
Von Wolfgang
Wer sollte ihn lesen, diesen "Bucklichten Dronte"? Wem könnte ich es anempfehlen, dieses etwas andere Lesebuch der Herausgeber Friedrich Haller, Dominik Dombrowski, Martin Schwarzin?
Erste Hinweise liefern der geheimnisvolle Titel und die von ihm und seinem Untertitelkontext ausgelösten Assoziationen, Verwirrungen, Irrungen, Fragen, vor denen man resignieren kann, auf die man aber auch mit Neugier reagieren kann, sich um Antworten mühen kann.
Es ist ein Buch für Leser, die sich nicht entmutigen lassen, wenn Bezüge zu den eigenen Fragen, wenn Antworten, die sich im Buch finden lassen oder ausgelöst durch Hinweise im Buch nach gründlicher Recherche gefunden worden sind, eher weitere Fragen aufwerfen, den verwirrten Blick weiten, als zu gedanklicher Klarheit oder wenigstens voreiliger Scheingewissheit zu verhelfen. Es ist ein philosophisches Buch, weil es vorgibt - so das Vorwort - das Dasein mit seinen "Taschenspielertricks" verstehen und meistern zu helfen, es ist ein philosophisches Buch, insofern solche Aufklärung nicht über Antworten auf nicht gestellte Fragen erfolgt, sondern statt dessen zum Fragen angeregt wird, zu Zweifeln an sich selbst und der eigenen Aufgeklärtheit, zu Fragen an die Wirklichkeit, die platte, die künstlerische, die historisch-politische, von Generationen durchlebte, in der Gegenwart durchlittene, für die Zukunft befürchtete oder erhoffte.
Auslöser sind zunächst Fragen über Fragen an das Buch, etwa: Warum ist ein ausgestorbener flügel- und schwanzloser Vogel, dazu - in der Vogelwelt bislang unbekannt - ein buckliger, Titelgeber? Was ist mit interantinational im Untertitel gemeint? Es heißt ja nicht international, auch nicht antinational, nicht einmal inter-antinational oder inter-anti-national. Nein, das Lesebuch wird "interantinational" angeboten. Verbirgt sich hinter den Lesehilfen im Vorwort ein Versprechen oder eher eine Drohung. Die Ironie der Welt in ihren Entwicklungsstadien gegenüber, aber auch die der Buchkonzeption zugrunde liegende Selbstironie ist deutlich, wirft aber eher Fragen auf, statt Antworten in den Blick zu rücken - ganz konzeptionsstringent?
Wer könnte sich für die Fülle an Beiträgen dieses Lesebuchs in ihrer in Auswahl (inhaltlich wie formal, textsortenbezogen) und Anordnung provokant verwirrenden Vielfalt interessieren, im Laufe einer anfangs zögerlichen, schmökernden Lektüre thematisches Interesse entwickeln? Individuelle Lebenssinnsucher in einer globalisierten Sinnkrise? An der Philosophie Nietzsches oder Stirners und den daraus ableitbaren gesellschaftlichen Analysen und Handlungsentwürfen Interessierte? Menschen mit Sehnsucht nach Orientierung über ein Manifest und dessen vielfältige Konkretisierungen politischer, künstlerischer, philosophischer Programmatik - zur persönlichen Absicherung auch ironisch gebrochen? Aktuelle Kulturpessimisten, die ihre Skepsis der deprimierenden Gegenwart gegenüber durch die Konfrontation von bissigen Kennzeichnungen solcher Gegenwart mit ästhetischer, literarischer, philosophischer Wirklichkeitssicht, historischer Überlieferung - durch ironische Zuspitzung verfeinert - genießen wollen? Liebhaber philosophischer oder philologischer Diskurse, sprachlichen Floretts, ästhetischen Genusses? Freunde gedanklicher Assoziationsakrobatik, die Vergnügen daran haben, auf der Suche verstehenden Nachvollziehens kreativer Reflexionen zwischen Entlehnungen aus unterschiedlichen Landessprachen, Kulturkreisen, Zeitaltern, zwischen Hinweisen aus Philosophie und Religion, Literatur und Kunst, Geschichte und Politik hin und her zu hetzen, immer in Gefahr, den Bezug zum roten Faden der Argumentation zu verlieren?
Klassische Hermeneutiker, die an aktuellen Texten die Notwendigkeit und für sich die Chance für einen vielfachen hermeneutischen Zirkel vermissen und hier eine ganz anders fundierte Möglichkeit hermeneutischer Erkenntnistätigkeit entdecken können? Oder doch nur ein Diskussionszirkel von Mitgliedern des Stirner- und Nietzsche-Kreises?
Die Antwort ist einfach und verbirgt sich im Untertitel. Ein Lesebuch ist für alle da, es enthält Vieles für Viele. Wer gedankliche Anregungen sucht oder braucht, wer von wissenschaftlicher Systematik gedanklich gelangweilt ist, wer sprachlich überrascht zu werden hofft, einen Steinbruch für kreative Orientierung sucht, wer sich bestätigt sehen will in seinem Ärger an der Welt, wer sich lustig machen will über den Ärger wird hier fündig. Wer sich ärgern will, aus Prinzip, aber auch, z.B. weil er oder sie nicht enträtseln kann, wie einige Beiträge Gnade vor den strengen Augen der Herausgeber finden konnten oder - in zeitgenössischer Diktion - warum die qualitative Heterogenität der ausgewählten Beiträge so ausgeprägt ist. Aber auch hier findet sich Hilfe im Buch; z.B. im "Manifest" wird nachvollziehbar: das Lesebuch ist auch in der Auswahl der Beiträge auf seine Programmatik abgestimmt.
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