Mit der G-Unit geht es in den letzten Jahren ja immer steiler bergab. Angefangen hat alles mit dem lieblos produzierten Album von Tony Yayo, führte sich dann über die schwachen "The Massacre" von 50 Cent, "The Rotten Apple" von Lloyd Banks und "Blood Money" von Mobb Deep fort. Ich hatte 50 Cent's Crew eigentlich schon abgeschrieben, doch dann kam Young Buck mit einem sehr gelungenen Lebenszeichen. Er hat sich von dem typischen G-Unit Sound abgewandt und produzierte ein Album mit Dirty South Flavor. Dies zeigt sich schon gleich von Anfang an mit dem richtig geilen Track "Say It To My Face". Ein schöner, harter und düsterer Beat, der durch leise Chorgesänge unterlegt ist. Das Ganze wird garniert mit Vocals von Buck, Bun B und 8Ball & MJG. Richtig stark ist auch "Get Buck", das von Polow Da Don produziert wurde. Mit ordentlich Power und Dampf donnert das Instrumental, über das Young Buck ohne Hilfe von anderen sehr gut rappt, vor Allem der Refrain ist erste Sahne. Dass er auch anders kann, beweist uns YB mit "Buck The World", einem mittelschnellen und entpannten Song, dessen Hook von Lyfe Lennings mit seiner leicht kratzigen Stimme wunderbar performt wird. Das Selbe gilt für das tiefgründige "Slow Ya Roll", dessen Refrain von Linkin Park-Frontmann Chester Bennington übernommen wird, was sich auch sehr ordentlich anhört. Den einzigen Auftritt eines G-Unit Mitglieds gibt es bei "Hold On", für das sich Buck die Hilfe von 50 Cent gesichert hat. Der Beat dazu stammt von Dr. Dre, ist ganz chillig, aber weit unter den Sachen, die Dre früher einmal produziert hat. Young Buck zeigt sich in absoluter Bestform am Mic und auch Fifty's Vorstellung ist ganz in Ordnung, wobei sein gesungener Hook besser kommt als seine Raps. Deutlich besser ist da die Bombe "Pocket Full Of Paper" mit Young Jeezy a.k.a. The Snowman. Für diesen Song hat DJ Toomp einen richtig fetten Crunk-Beat gezaubert, der richtig geil abgeht und jeden Club zum Überlaufen bringt. Auch die Performances von Buck und Jeezy sind absolut top, sodass dies der mit Abstand beste Track des Albums ist. Wunderbar zum Entspannen taugt die Smoker-Hymne "Puff Puff Pass" mit Bob Marley's Sohn Ky-Mani. Das Instrumental ist einfach wahnsinnig chillig, was unter anderem an den Trompeten im Background liegt, aber natürlich auch an dem genialen Refrain, den die beiden gemeinsam einspielten. Eine fantastische Kombination. Gegen Ende des Albums gibt's noch zwei tolle Produktionen von Jazze Pha. Die eine wäre das coole "4 Kings" mit T.I., Young Jeezy und Pimp C, die andere "I Know You Want Me" mit Jazze Pha himself. Beide Songs sind von vorne bis hinten gelungen und machen einfach Spaß. Der Rest von "Buck The World" ist guter Durchschnitt. Es gitb keinen richtig schlechten Track, dafür aber auch kein echtes Highlight mehr. Mit seinem zweiten Album zeigt uns Young Buck, das er das beste Mitglied der G-Unit ist, auch oder gerade wegen seines Dirty South Styles. Lyrisch bewegt er sich auf einem sehr hohen Level, auch sein Flow überzeugt so gut wie immer. Nach "Get Rich Or Die Trying" ist "Buck The World" das zweitbeste G-Unit Album, seit ihrem Major-Deal mit Interscope Records. Fans der Gorilla Einheit dürften trotz des anderen Sounds ihre Freude daran haben, Dirty South Liebhaber sowieso.