Amely besucht mit ihrem fast Verlobten Julius eine Exotenausstellung des Tierparks Hagenbeck, der gerade zu Besuch in Berlin ist, wo man sich ansehen kann wie die "Wilden" leben. Da macht ihr ihr Vater alle ihre Hoffnungen auf ein Leben in Berlin an Julius Seite zunichte. Sie muss einen entfernten, fast doppelt so alten Verwandten, Kilian Wittstock heiraten, einer der reichsten Kautschuckbarone am Amazonas. Die Firma ihres Vater, die bisher Fahrräder hergestellt hat, möchte auf Automobile umsatteln und sind auf das Geld und die Beziehungen von Wittstock angewiesen. Mit ihrer Dienerin macht sich Amely auf den Weg über den Ozean. Was wird dort auf sie warten? Wird sie den so viel älteren Mann lieben können? Wie wird es sein, mitten in der Wildnis zu leben? Es ist noch viel schlimmer, als sie es sich in ihren wildesten Träumen ausmalen konnte. Auf der einen Seite der unermessliche Reichtum der Kautschukbarone, die nicht mehr wissen, was sie mit ihrem Geld machen sollen und sich Zigarren damit anzünden und deren Frauen sich Diamanten in die Zähne setzen lassen und auf der anderen Seite die Armut und die unmenschlichen Bedingungen, der die schwarzen Sklaven ausgesetzt sind. Aber den Ureinwohnern geht es noch viel schlechter. Ganze Stämme werden einfach ausgerotten, weil sie den "Weißen" im Weg sind. Und Amely kann nichts dagegen tun.
Ich war ja am Anfang sehr skeptisch, weil ich eigentlich keine Liebesgeschichten mag, aber dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen. Alleine die Beschreibung, wie in der Ausstellung die armen Menschen angegafft werden, um sich einen Eindruck davon zu verschaffen, wie diese "Wilden", die nicht viel besser sind als Tiere, leben. Das war so unmenschlich und machte mich richtig wütend. Auch die weitere Geschichte, das Leben am Amazonas und die Brutalität der Reichen gegen die Armen hat mich zutiefst betroffen gemacht. Ein Buch, über das man noch lange nachdenken muss, das aber trotz des ernsten Themas sehr gut und schnell zu lesen ist. Die Liebesgeschichte nimmt nicht zu viel Raum ein, lockert aber die Geschichte etwas auf. Alles in allem ein phantastisches Buch, das einem sofort in seinen Bann zieht und das man erst aus der Hand legen kann, wenn die letzte Seite gelesen ist.