... der bisher vorhandenen Rezensionen siedle ich mich mit meiner Bewertung an aus folgenden Gründen:
++ "Mein" letzter BWL-Jahrgang (WS 2010) erzielte - auf Empfehlung des Tutorenteams - unter Nutzung des Bornhofen1-Lehrbuchs die bislang niedrigsten Durchfallquoten (und ca. 15% "1" vorm Komma!)
+- Beim (erfahrungsgemäß an den betriebswirtschaftlichen Fächern weniger interessierten) Wirtschaftsinformatiker-Jahrgang (ebenfalls WS 2010) zeigte sich keine Verbesserung im Längsschnittvergleich.
Zwischenergebnis: Sehr zielgruppenabhängig, für "Nebenfach-Ökonomen" wohl doch zu juristisch orientiert aufgezogen.
Was ich nicht überprüft habe, ist das in einer Rezension stark kritisierte Lösungsbuch. Als Hochschullehrer ist es für mich selbstverständlich, Lösungen in der Lehrveranstaltung sozusagen ohne Netz und doppelten Boden "live" zu entwickeln (und dann ggf. mit der Lösung des Lehrbuchs zu vergleichen). Von meinen Studierenden bekam ich aber weder überschwängliche feedbacks wie in der einen Rezension noch totale Verrisse wie in der anderen. Hier ist in der Tat das Lektorat des Verlags gefragt.
Einige Kritikpunkte, was man didaktisch noch besser machen könnte/sollte (um vielleicht auch die "Nebenfach"-Zielgruppe besser zu erreichen):
- Die Abgrenzung von Teil 1 und 2 erscheint mir recht willkürlich. Teil 1 ist schon extrem detailreich, hat aber andrerseits das für Abschlußsicherheit (im Grundsatz, nicht im Detail) unerläßliche Thema "zeitliche Abgrenzung" noch nicht enthalten.
- Wie bei fast allen mir bekannten einschlägigen Lehrbüchern (Ausnahme: Herbert Deppe bei U-Form Solingen, der aber leider vielen Anfängern zu schwer erscheint) werden Vorsteuer/Umsatzsteuer relativ spät eingeführt, so daß gerade zu fleißige Studierende erst mal eine Buchungsweise einüben, die nur für Kleinunternehmer sinnvoll ist (sozusagen: Faulheit lohnt sich in der 1. Semesterhälfte, aber was ist mit denen, die lieber mit Büchern als in der "Liveshow" lernen?).
- Der Kontenrahmen/-plan ist (verglichen mit dem eleganten Leporello beim "Platzhirschen" Schmolke/Deitermann) doch recht unübersichtlich.
Fazit: Ideal wäre wohl eine Synthese aus Bornhofen und Deppe, aber die hab ich noch nicht gefunden.
Prof. Dr. Harald Wilde, FH Stralsund