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Buchnotiz zu : Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.12.2000
Sehr kritisch geht Joachim Scholtysek mit dieser Buchenwald-Dokumentation ins Gericht und wirft den Autoren eine traditionell marxistische Sichtweise auf dieses Lager vor. Diese führt er darauf zurück, dass das Buch zum ersten Mal in den achtziger Jahren, noch vor dem Mauerfall konzipiert wurde. Die Karriere des Lagers unter den Kommunisten nach 1945, die es fünf Jahre lang als "Speziallager" aufrechterhielten, werde in dem Buch gar völlig verschwiegen, denn die Lager-Chronologie, so Scholtysek, endet in dem Buch mit der Befreiung des Nazi-Lagers im April 1945. Allenfalls über den Lageralltag der Insassen zur Nazizeit sei einiges Erhellende zu erfahren. Wer sich mit der gesamten Lagergeschichte befassen will, den verweist Scholtysek auf Bücher von Lutz Niethammer und Manfred Overesch.
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Kurzbeschreibung
Buchenwald, ein Ort bei Weimar, steht für die Inkarnation des Schreckens des deutschen Faschismus. Zehntausende Häftlinge wurden durch das Tor mit der zynischen Inschrift »Jedem das Seine« getrieben - zuerst deutsche Hitlergegner und deutsche Juden, nach dem Beginn des zweiten Weltkrieges 1939 in wachsender Zahl Menschen aus allen Ländern Europas. Rund 60.000 Menschen fielen dem Terror der SS zum Opfer - verhungert, erschlagen, erschossen und durch Sklavenarbeit für die deutsche Industrie umgebracht. Aber Buchenwald war nicht nur der Ort der Erniedrigung und Verzweiflung, sondern auch einer der Solidarität der Häftlinge untereinander, ein Ort des organisierten geheimen Widerstandes. Dieser begann mit der Einrichtung des Lagers unter den deutschen politischen Häftlingen und umfaßte in der Endphase alle Nationen. Diesem organisierten Widerstand ist es zu verdanken, daß bewaffnete Häftlinge am 11. April 1945 vor dem Eintreffen der Allierten das Lager selbst befreiten und damit 21000 Häftlinge vor den Todesmärschen retten konnten. Dieses Buch schildert die Geschichte des Konzentrationslagers Buchenwald aus dem eigenen Erleben deutscher politischer Häftlinge sowie gestützt auf zahlreiche Berichte von Mithäftlingen, auf Dokumente und zum Teil bisher unveröffentlichte Bilder. Eine Dokumentation dessen, was Menschen an Verbrechen begehen können - und dessen, was menschlicher Widerstandswille vermag. Es ist ein einzigartiges Vermächtnis der Häftlinge an die Nachgeborenen und ihr Beitrag zur Erfüllung des Schwurs, den die 21000 am 19. April 1945 auf dem Appellplatz des befreiten Lagers ablegten: »Nie wieder Krieg, nie wieder Faschismus!«