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Buch der Väter [Gebundene Ausgabe]

Miklós Vámos , Ernö Zeltner
4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)

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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 512 Seiten
  • Verlag: btb Verlag (9. August 2004)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3442751187
  • ISBN-13: 978-3442751181
  • Größe und/oder Gewicht: 21,8 x 14,4 x 4,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.3 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (3 Kundenrezensionen)
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Miklós Vámos
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Produktbeschreibungen

Aus der Amazon.de-Redaktion

Nachdem er ein (in Deutschland noch nicht veröffentlichtes) Buch über seine Mutter fertiggestellt hatte, empfand es Miklós Vámos als heilige Pflicht, dem Vater sein nächstes Epos zu widmen. Da er jedoch über den alten Herrn so gut wie nichts wusste, stieg seine Fabulierlust ins Unermessliche. Herausgekommen ist fast so etwas wie ein ungarisches Nationalepos, die drei Jahrhunderte währende Chronik einer mehr als denkwürdigen Familie. Zugleich schrieb Miklós Vámos das Buch aller ungarischen Väter.

Ein Werk, so umfangreich, schillernd und irisierend, dass es unmöglich erscheint, den Inhalt auch nur annähernd wiederzugeben. Alles beginnt in dem fiktiven bayerischen Örtchen Thüningen, in dem der Großvater als Widerständler gegen die Habsburger Monarchie vor Jahren Exil gefunden hatte. Nun machen sich der Alte, seine verwitwete Tochter und sein Enkel Cornelius auf Planwagen auf einen langen Weg zurück in ihre ungarische Heimat. Mit im Gepäck, das vom Großvater begonnene Buch der Väter, eine Art Tagebuch und politischer Zustandsbericht, das wie ein Staffelstab an den jeweils Erstgeborenen der nächsten zwölf Generationen weitergereicht wird. Es entsteht eine Reise durch Raum und Zeit, durchsetzt von Kriegen, Pogromen, rassischer und religiöser Verfolgung, – aber auch historischen Ereignissen wie der Sonnenfinsternis von 1706.

Überhaupt kommen Esoterikfreunde bei Vámos voll auf ihre Kosten. Hemmungslos frönt der Mystiker seinen astrologischen und kabbalistischen Vorlieben. Die erbaulichen Naturbilder, die jedem Kapitel vorangestellt sind, sind jeweils einem Monat zugeordnet. Der Autor möchte den Leser dadurch "in eine Stimmungslage hineinwiegen, wie sie für den Helden des Kapitels charakteristisch ist". Damit nicht genug, der Vorname einer jeden Hauptfigur entspricht im Ungarischen dem ersten Buchstaben seines Tierkreiszeichens. Und – alle im Roman auftretenden Erstgeborenen besitzen die Gabe der Hellsichtigkeit, ein jeder kann also nach Belieben in der eigenen Familienhistorie herumschnüffeln. Soweit gekommen, versteht es sich fast von selbst, dass der Sterndeuter Vámos seine Protagonisten als glühende Anhänger von Nostradamus, sowie diverser Geheimwissenschaften ausstaffiert.

Bisweilen läuft Vámos Gefahr, durch erzählerische Überfülle und historischen Overkill den Leser zu überfordern. Man nehme sich also gehörig Zeit und Muße für diese märchenhafte Familiensaga. Es wird sich lohnen. –Ravi Unger

Kurzbeschreibung

Eine monumentale Familiensaga, lebensprall und farbenprächtig, detailgenau und voller Magie: »Buch der Väter« ist eine vielschichtige Reise durch 300 Jahre Raum und Zeit, ungarische Geschichte und schicksalhafte menschliche Begegnungen. Miklós Vámos erzählt darin das Leben von zwölf aufeinander folgenden Generationen - jeweils durch die Augen der erstgeborenen Söhne betrachtet. Sie alle verfügen über die phantastische Fähigkeit, in die ferne Vergangenheit wie auch in die eigene Zukunft zu schauen. Stammvater des Geschlechts ist Cornelius Csillag, der im Jahre 1705 noch als Kind aus Bayern in die ungarische Heimat zurückkehrt. Das verbindende Scharnier zwischen den Generationen ist das fast rituell geführte Familientagebuch, in dem die wichtigsten Ereignisse des Lebens, aber auch persönliche Erfahrungen und Erkenntnisse von philosophischer Tragweite festgehalten und weitergegeben werden. Obwohl die Schreiber der Chronik über die Sehergabe verfügen, sind sie doch immer wieder ungeschützt den Stürmen des Lebens ausgesetzt. Sie können nicht verhindern, dass sie folgenschwere Fehlentscheidungen treffen, und auf die politischen Wirren im kriegsgebeutelten Ungarn haben sie erst recht keinen Einfluss. Ein zutiefst menschlicher Roman von einem der großen Autoren der ungarischen Gegenwart.

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13 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von ludwigwitzani TOP 500 REZENSENT
Format:Gebundene Ausgabe
Das Thema des Buch ist nicht mehr und nicht weniger als die Geschichte Ungarns in den letzten dreihundert Jahren, dargestellt am Beispiel der Schicksale von 12 Erstgeborenen der Familie Szillag/Sternokovsky/Stern, die ihre Lebensgeschichten jeweils zum Frommen der Nachgeborenen einem so genannten „Buch der Väter" anvertrauen. Vom Kuruzzenaufstand des Jahres 1706 bis zur Sonnenfinsternis zur Jahrtausendwende 1999/2000 entfaltet sich auf diese Weise ein ungemein eindringliches und farbenfrohes Panorama der Weltgeschichte aus der Froschperspektive - mit immer neuen Schauplätzen, Personen und Handlungsfäden, die den Leser durch ganz Europa führen. Wie sehen diese Geschichten im einzelnen aus? Cornelius Sternokovsky, der erste dieser Ahnenreihe, der mit dem Großvater nach Ungarn zieht, überlebt nur mit Glück einen Söldnerüberfall, ehe er speater zu einem erfolgreichen Glashüttenbesitzer aufsteigt, der allerdings im Streit mit seinem Glashüttenmeister erstochen wird. Sein Sohn Balint Sternokowsky, dessen Liebe zur Tochter des Glashüttenmeisters die Ursache des Vatertodes ist, wird ein erfolgreicher Sänger, stürzt jedoch Jahrzehnte später tödlich au dem Fenster, als er die inzwischen verheiratete Tochter des Glashüttenbesitzers wieder sehen möchte. Sein Sohn Istvan Sternokowsky heiratet gegen den Willen seiner dicken Mutter eine Jüdin, konvertiert zum Judentum und ändert seinen Namen in Stern. Er verliert seine Frau bei einem schrecklichen Pogrom in Lemberg, wird Zeuge der erfolglosen Josephinischen Reformen, ehe er mit dem Anbruch der Franzoesischen Revolution stirbt. Richard Stern, der vierte der Reihe, sitzt wegen harmloser Freigeisterei im der Epoche der Restauration jahrelang im Kerker der Habsburger, ehelicht eine Heiratsschwindlerin, ehe er mit der Liebe seines Lebens sechs Kinder zeugt. Der älteste dieser Sprösslinge, Otto Stern, ein schwärmerischer Haudrauf kommt gerade noch dazu, mit einem Freundenmaedchen seinen Sohn Szillard zu zeugen, ehe er an den Folgen eines staatlichen Verhöres stirbt. Szillard Berda-Stern wächst bei seiner Mutter auf, findet seine Sippe wieder und wird 1849 von den Russen im Zuge der Revolution von 1848/9 erschossen Sein ältester Spross Mendel Berda-Stern durchreist als erfolgreicher Spieler die Salons Europas, ehe er sich aus Lebensüberdruss aufhängt. Sein Erstgeborener Sandor, ein Kind des bürgerlichen Zeitalters nach dem großen Ausgleich von 1866, nimmt den Namen des Urgroßvaters wieder an und wird als Sandor Szillag ein ungemein erfolgreicher Schuhhaendler, der sich nicht zwischen der Liebe zu seiner Gattin Ilona und deren Schwester Antonia entscheiden kann. Er erlebt das Jahr 1900, den ersten Weltkrieg und endet hochbetagt in einem Viehwaggon der Nazis am Schienenrand. Auch sein Sohn Sandor Szillag,der sich wie sein Urahn Balint als Sänger versucht, findet einen schrecklichen Tod im Nazi-KZ. Der Erstgeborene der nächsten Generation, Balacz Szillag, befindet sich derweil schon als ungarischer Jude mit einer Arbeitsbrigade der ungarischen Armee an der Ostfront, von der er nach schrecklichen Erlebnissen halb verbrannt und verkrüppelt nach Ungarn heimkehrt. Nach dem Zweiten Weltkrieg scheint dann alles besser zu werden: Balacz Szillag wird der Assistent von Laois Rajk, dem Außenminister der ersten ungarischen KP-Regierung, eher auch dieser und mit ihm sein Assistent im Zuge der Schauprozesse stürzt. Von seinem Sohn Vilmos Szillag ist nicht viel zu berichten, außer, dass er aus Ungarn flieht, mit einer durchgedrehten Inderin in den Vereinigten Staaten einen Nachkommen zeugt und von zwei Schwarzafrikanern bei einem Strassenueberfall in New York totgeschlagen wird. Henry Szillags Geschichte dreht sich nur noch um die Rekonstruktion des „Buches der Väter" und endet ziemlich abrupt lange nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges mit der letzten Sonnenfinsternis des alten Jahrtausends.
Alles in allem also eine imponierende tour de force durch die Jahrhunderte mit zahlreichen erzaehlerisch ungemein gelungenen Passagen, auch von der Geschichte bekommt der geneigte Leser eine Menge mit, und doch bleibt am Ende ein Unbehagen. Denn so packend und fabulierfreudig sich die Lebensetappen auch entfalten, mit keinem einzigen Charakter kann man wirklich warm werden. Kaum hat man sich an eine Gestalt gewöhnt, ist sie schon wieder tot. So geht das immerhin zwoelfmal, so dass sich gelegentlich durchaus die literarische Sinnfrage stellt. Um es gleich zu sagen: sie bleibt unbeantwortet. So bleibt am Ende das Gefühl, der Autor wäre als begnadeter Erzähler mit diesem gehobenen Michener-Ansatz ein wenig unter seinen Möglichkeiten geblieben. Immerhin: ein Buch für verregnete Tage am Balaton.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Taschenbuch
Lasst gut sein, Leute, die Ihr diesem Buch aus einer Restunsicherheit über die tatsächlichen Absichten und Fähigkeiten des Autors nur 4 Sterne gegeben habt. Aber welchen Büchern sonst sollten 5 Sterne gebühren, als Titeln wie diesem? Wo wären die vergleichbaren deutschen Autoren, die über ein profundes historisches Wissen und Einfühlungsvermögen über mehrere Jahrhunderte verfügen, die Gedanken über diesen Zeitraum spannen können und gleichzeitig ein literarisch vollwertiges Epos daraus stricken können? Sicher ist das eine der großen vergleichsweise häufig anzutreffenden Fähigkeiten bei ungarischen Autoren, eine Tradition. Aber wie faszinierend liest sich das gerade hier bei Vámos, selbst wenn man den spezifisch ungarischen historischen Faktenrahmen, der dieser Familiensaga gesetzt ist, nicht immer vollständig nachvollziehen kann? Einfach beeindruckend! Ich war gefesselt. Selbst den etwas abfallenden Schluss, dem man die Angst vor dem Weiterschreiben in die Zukunft ansieht und das Zögern des Autors, über sein eigenes Lebenzeitsalter ähnlich zugreifend und wertend-urteilend zu berichten wie über die Generationen zuvor, nehme ich in dafür Kauf und runde meine daraus evtl. zu begründenden "nur" 4,8 Sterne mit grosser Freude auf volle 5 auf!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Manchmal etwas verwirrend 21. April 2006
Von Rezensent
Format:Gebundene Ausgabe
Eine faszinierendes Familienepos über 300 Jahre ungarische Geschichte, über das Judentum und über Mystik. Allerdings verliert der Leser doch manchmal den Überblick, da Vamos hin und wieder zu schnell durch die Geschichte galoppiert. Trotzdem eine empfehlenswerte Lektüre.
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