Fernando Pessoa, ein portugiesischer Schriftsteller, der als Buchhändler gearbeitet hat,ist 1935 mit 47 Jahren gestorben. Dieses Buch, "Das Buch der Unruhe", ist einfach hinreißend, es ist poetisch klug, melancholisch, bekümmert, heiter, elegisch, schwermütig, ja geradezu phantastisch.
Der Autor schreibt betrüblich über den Sinn und Unsinn der Liebe, über die Würdigkeit, Abneigung und widerwilligen Überdruss. Er reflektiert darüber, ob die Realität unsere Begierden befriedigt, über das Sein in Halbschattenprivilegien". Es geht um Morgenlicht und Abenddämmerung, es geht um die omnipräsente Natur, um Wasser und azurnes Himmelblau.
Wir haben Bücher, die beginnen vorne und enden hinten. Dieses Buch kann man hier und dort aufmachen und genussvoll lesen, das geht. Es gibt eigentlich keinen durchgehenden roten Faden. Immer wieder ist man gebannt und fasziniert, wie Fernando Pessoa, über das Menschsein schreibt, Mensch sein in den unterschiedlichsten Lebenslagen.
Es hat eine Klarheit der Sprache, die geradezu phantastisch ist, gerade auch im Zusammenhang damit, welche reiche Phantasie sie hat. Es ist sprachlich makellos, von umwerfender Klugheit getragen.
Ein "Menschseinbuch", das eigentlich auf jeden Nachtisch gehört. Ich empfehle dieses Buch mit Nachdruck aus vielen Gründen.