Samuel J. Agnon - er ist nicht nur einer der größten Dichter Israels. Er ist auch ein Chronist der ostjüdischen Diaspora und des jüdischen Lebens in Palästina in den Jahren vor der Gründung Israels. Gershom Scholem hat ihn als den letzten hebräischen Klassiker bezeichnet, der nicht nur in hebräischer, sondern auch in jiddischer Sprache schrieb. Sein "weltliterarischer Rang" wurde 1966 mit der Verleihung des Literaturnobelpreises, den er sich mit Nelly Sachs teilte, bestätigt.
In seinen Erzählungen beschäftigt sich der Dichter, und ein solcher ist er, mit Motiven aus dem jüdischen Leben, die er um Elemente aus jüdischen Volkssagen und jüdischer Mystik anreichert. Wenn man die Geschichten liest, kommen einem die Bilder eines Marc Chagall in den Sinn. Andererseits spielt er gern mit surrealistischen Motiven.
In den hier vorliegenden Erzählungen geht es um die Schattenseiten, um die dunklen Seiten der menschlichen Seele. Viel geweint und viel gesungen wird in diesen Erzählungen, die vielfach in Schibbusch, in die galizische Heimat des Dichter führen. Und immer wieder ist es Gott, an den geglaubt, der aber nicht unbedingt geliebt wird, sondern eher gefürchtet, der eine Rolle spielt.
Das "Buch der Taten" entführt den Leser in eine andere, eine fremde und doch wieder vertraute Welt. Die Erzählungen sind schön und traurig, nehmen den Leser vom ersten Satz an mit - direkt in das Geschehen - und lassen ihn noch lange nach der Lektüre nicht los.