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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
4.0 von 5 Sternen
Etwas Vorsicht!,
Rezension bezieht sich auf: Buch der Sehnsüchte (Gebundene Ausgabe)
Natürlich ist das Buch ein Muss für alle, die Cohens Poesie schätzen und seine Songs mögen. Wenn man allerdings weiß, wie lange Cohen an jeder einzelnen Zeile feilt, dann sollte man sehr sorgfältig übersetzen. Dies ist nicht immer gelungen, allem voran die Übersetzung von "The Faith" von Ann Cotten (S. 202), die als gründlich missraten zu werten ist. Kennt man die Originaltexte, dann findet man auch an anderen Stellen Übertragungsmängel. Meiner Meinung nach entstanden sie dadurch, dass der Verlag für die Lyrik eines tief spirituellen Menschen nicht die dazu passenden Übersetzer gesucht hat. Und, für Lyrik ist stets eine zweisprachige Ausgabe empfehlenswert. Deswegen einen Punkt Abzug, der nicht Cohen gilt, sondern der deutschen Ausgabe - auch deshalb, weil aus unerfindlichen Gründen ein Index fehlt. Wer Cohen wirklich schätzt, sollte sich das originale "Book Of Longing" beschaffen.
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48 von 53 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Leonards Quintessenz,
Von Choyin Dorje (Goa, Indien) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Buch der Sehnsüchte (Gebundene Ausgabe)
Gemäß einer alten Vorstellung ist die Quintessenz das fünfte Element, das alles im Kosmos zusammenhält. Das Buch der Sehnsüchte ist die Quintessenz von Leonard Cohens Schaffen aus fünfundvierzig Jahren Künstlersein. Hier singt, sagt und zeichnet er wie es ist... Oder zumindest: wie es sich aus seiner Sicht zwischen den Polen von Liebe und Selbsterkenntnis ordnet.Dazu braucht er nicht lange Reden oder viele Bleistiftstriche. Leonard bringt das große weite Universum des Menschseins in Wort und Zeichnung in wenigen essenziellen Entwürfen zu Papier. Wahrscheinlich weiß er sich nicht anders zu helfen als zu singen und zu sagen, wie er die Dinge wahrnimmt, die durch sein Bewusstsein irren und flirren. Das macht ihn zum Dichter: Dinge einfach sagen, einfach aussprechen zu müssen, ohne sie und sich in der unmittelbaren Verfertigung der Rede zu verstellen. Und Leonard sieht die Dinge klarer als viele andere, manchmal scheint es: schwärzer. Aber das liegt nur daran, dass er Sachen nicht schön redet, die einfach unschön sind. Die Tatsache zum Beispiel, dass wir in einer Zeit der Lüge leben, des Zwanges und der Zwanghaftigkeit. Woran erkennt er das? Weil er seine Selbstlügen belächelnd durchschaut und den Leser am Spaß des Durchschauens in Wort und Bild teilhaben lässt. Wobei die vielen über das Buch verstreuten Selbstportraits alle Vorstellung die Leonard Cohen über Leonard Cohen haben könnte in schöner Doppeldeutigkeit karikieren. So hält er uns den Spiegel vor. Ja, tatsächlich, man muss uns heutige Menschen lieben: Wie wir uns abquälen, mit unserem neuen Medien gerechten Gesicht, dem kommenden Gesicht ohne objektive Erfahrung, der Selbstdarstellung ohne Eigenwesen, nur um der Darstellung willen. Diese Menschen wie du und ich, sie müssen so unendlich viel einstecken von allen Seiten. Aber das Leben selbst auskosten, selbst wahrhaft schmecken, das können sie kaum. Es geht uns ab, weshalb wir uns, des Bildes wegen, das wir abgeben wollen, immer so mächtig anstrengen und deswegen die Zähne fest aufeinander beißen. Leonard sagt, dass er die junge Dame mit dem Kruzifix auf der Brust trösten möchte, die er so rennen sieht. Aber, wer ist diese junge Dame? Wer joggt so herzerbarmend verbohrt durch sein Dasein? Dabei zeigt Leonard uns manchmal leise, wie es anders sein könnte, wo die Himmel über Paris so unendlich blau sind wie die Beine der Geliebten lang und die eigene Seele stark... Leonard beschwört in knappen Zeilen, ist unser Musterbild ' und nicht einmal übermäßig traurig, auch ohne Selbstmitleid. Ein Dichter und Liedermacher, der sich nicht ernst nimmt, der seine Gitarre so schmerzlich schön findet, dass er sie gern würde wirklich spielen können. Das Buch der Sehnsüchte: ein reiches Buch, das reich mit dem Wissen der Erfahrung macht. Man liest hier, man liest da ' und findet immer wieder sich, wie das, was gerade anliegt. Um ein großes und abgegriffenes Wort zu benutzen, beim Buch der Sehnsüchte handelt sich um ein Gesamtkunstwerk, das nicht sich selbst oder seinen Macher anpreist sondern stattdessen der Fähigkeit des Lesers huldigt, sein eigenes Leben zu leben ' nicht das der anderen. Am Ende steckt in Leonard doch sehr viel von dem Zen-Meister, der er gar nicht sein will... Er zeigt es uns, indem er es verbirgt. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Poesie des Begehrens,
Rezension bezieht sich auf: Buch der Sehnsüchte (Gebundene Ausgabe)
Es ist diese unverkennbare Mixtur aus Poesie, Melancholie und Spiritualität in Liedern wie ,Sisters of Mercy', ,Famous Blue Raincoat' oder ,Suzanne', die Leonard Cohen zu einem der bedeutendsten Sänger und Songwriter des 20. Jahrhunderts avancieren ließ. Aber auch als Lyriker und Romancier war er erfolgreich. Im Blumenbar Verlag ist Cohens ,Buch der Sehnsüchte' erschienen, das erste neue Werk aus seiner Feder seit 20 Jahren. Gedichte, Epigramme, Zen-Sprüche, Songs und Essays finden sich darin, aufgelockert durch handschriftliche Texte und Zeichnungen des ehemaligen Zen-Mönchs. Besonders Letztere sind verräterisch: Kaum eine Doppelseite, auf der nicht ein Selbstporträt und/oder eine nackte Frau zu finden ist. Sie weisen Cohen als einen in die Jahre gekommenen erotomanen Narzißten aus. Die Texte, in denen man ständig ,ich, ich, ich' liest, passen da ganz gut dazu. Trotzdem, oder vielleicht sogar gerade deshalb lieben ihn seine Fans. Cohens 'Buch der Sehnsüchte' sollten sie keinesfalls übergehen, ermöglicht es doch einen tiefen Einblick in die Seele des 'Partisanen der Liebe'.
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