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19 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Pedantische Analyse von Laurel und Hardy und ihrer deutschen Sprecher,
Von RR "RR" (Berlin, Berlin Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Das Dick und Doof Buch. Die Geschichte von Laurel und Hardy in Deutschland (Gebundene Ausgabe)
Pedantische Analyse von Laurel und Hardy und ihrer deutschen SprecherTraut man einem Juristen, auch noch einem praktizierenden Amtsrichter zu, ein launiges und doch analytisches Buch über die genialen anglo-amerikanischen Komiker Stan und Ollie zu schreiben? Schwer zu begreifen, aber es geschah und Norbert Aping zeigt mit diesem Werk seine andere Seite in sich und präsentiert uns ein erstklassiges Filmbuch mit ganz neuen Gesichtspunkten. Nicht nur die Originale sind Gegenstand der Betrachtung des Autors, sondern auch ihre Stellvertreter": die deutschen Synchronsprecher. Der Amtsgerichtsleiter im kleinen Buxtehude schrieb ein fast 600-Seiten-Buch über die Kultkomiker und zollt ihnen mit pedantischen Recherchen Respekt wie wohl niemand vor ihm. Wie kommt es, daß es ein solches Buch nicht in der Heimat der US-Komiker erschien, wo es viele Bilderbücher und filmhistorische Abrisse gibt, sondern im kleinen, fernen Deutschland? Die Antwort ist wohl besonders in einem Phänomen zu suchen: in der deutschen Fähigkeit, zu synchronisieren und zwar professionell zu synchronisieren, d.h. vielmehr, einen Film noch einmal nachzuspielen. Dénes Törzs bemerkte einmal zur glänzenden Synchronisation von Klaus Schwarzkopf, der 25 Jahre für Deutschland den Columbo (Peter Falk) sprach: "Klaus Schwarzkopf spricht nicht nur Columbo in jeder Folge, er spielt ihn". Und ähnliches kann man bei den Dick-und-Doof-Filmen beobachten, die über die Jahre hinweg einige Synchronsprecher verschlissen. So ist es kein Zufall, daß der Laurel-und Hardy-Fan Norbert Aping sein Buch mit dem Untertitel "Die Geschichte von Laurel und Hardy in Deutschland" den beiden Synchronsprechern Walter Bluhm und Arno Paulsen widmete. Stan Laurel und Oliver Hardy werden nur in Deutschland als "Dick und Doof" bezeichnet, in den ersten Jahren ihres Wirkens ( noch als Dick und Dof" geschrieben) störte es niemanden hier. Die Slapstik besonders ihrer Stummfilme ließ auch gern eine solche "Bewertung" der beiden zu, wird die Summe ihres Klamauks einmal aus den Gesamthandlungen herausgelöst. Doch die (späte) Feinfühligkeit des hiesigen Publikums begann in den 50er Jahren, besonders aber in den 70er Jahren, indem sie die Attribute für die beiden Charakterkomiker zu vermeiden wußten. Das Gefühl, man täte Mr. Laurel und Mr. Hardy mit "Dick und Doof" unrecht, ließ sich nicht mehr leugnen und wer aus dem Kindesalter entwachsen war, reagierte mit einer Gänsehaut, wenn man die Männer nur mit dem psychischen (Doof) und physischen (Dick) substantivierten Adjektiv titulierte. Was z. B. einmal platt "Zweimal Dick und Doof" hieß, wurde plötzlich als stimmungsvoll "Die Doppelgänger von Sakramento" genannt (Originaltitel: ´"Our Relations"), was "Dick und Doof jagen den Stier" hieß, wurde zu "Stierkämpfer wider Willen" umbenannt. Besonders deutlich wurde den Komikern Hochachtung in Deutschland entgegengebracht durch die TV-Serie, die u.a. Joe Hembus und Gert Mechoff (und an anderer Stelle durch Heinz Caloué) ins Leben gerufen hatte und dabei einen einheimischen Komiker, der kaum minder grandios war als seiner amerikanischen Stars: 1975 wurden die Laurel-und-Hardy-Langfilme unter die Präsentation von Theo Lingen gestellt, mit einer neuen Synchronisation und neuer musikalischer Fassung von Fred Strittmatter und Quirin Amper. In "Theo Lingen präsentiert: Lachen sie mit Stan und Ollie" fiel das "Dick und Doof" weg und der altgediegene Walter Bluhm sprach neben dem neuen und noch jungen Michael Habeck. Der junge intellektuelle Filmhistoriker Joe Hembus, der in den 80er Jahren bei Drehaufnahmen im Gebirge ums Leben kam, legte dem deutschen Starkomiker Theo Lingen pointierte Ankündigungen mit Interpretationscharakter in den Mund, wenn auch mit einigen Fehlern, wie es Norbert Aping (typisch juristisch) in seinem Sonderkapitel "Die Fernsehstars oder Laurel und Hardy und die Massenmedien" ab der Seite 488 bemerkte: "Allerdings wurden dabei aus Lingens Mund nicht immer nur Wahrheiten zu Tage gefördert. Zu Beginn des ersten Beitrages "Wüstensöhne" (Sons of the Desert) wurde wieder die Legende der ´mehr als 200 gemeinsamen kurzen und langen Laurel-und-Hardy-Filmen´ aufgewärmt, obwohl mit dem Märchen schon endgültig aufgeräumt war. In der Einleitung zu "Die Wunderpille" (Jitterbugs) war davon die Rede, der Regisseur Leo McCarey habe mit Laurel und Hardy etwa 100 Filme gedreht, was beinahe ihr gesamtes Lebenswerk ausgemacht hätte, wenn die Behauptung stimmte..." (vgl. Aping S.488) An solchen und ähnlichen Details ergötzte sich der Autor häufig und weckt beim Leser das Interesse, sich hintergründiger mit mit dem gesamten Laurel-und-Hardy-Komplex zu befassen. So pedantisch und akribisch sich Aping mit fast allem, was zu Laurel und Hardy gehört, vorbildlich auseinander, entgeht ihm einiges bei den vielen ziemlich unbekannten Super8-Heimkinofassungen, die wohl ein Buch für sich ausmachen könnten. Dank Ebay kommt man heutzutage endlich wieder an Fassungen ran, die unglaublich selten waren. In Deutschland zelebrierte man das Laurel-und-Hardy-Phänomen viel mehr als in anderen Ländern, vielleicht sogar mehr oder zumindest anders als in ihrem Heimatland. Nicht nur, daß die Synchronisationen von den 30er Jahren bis heute mehrfach wechselten, sondern je nach Stimmung im Lande und dem wechselnden Medium gemäß auch die Titel der Filme, die manchmal derartig verändert wurden, daß man den Ursprungsfilm nie hätte erkennen können, wenn man ihn nicht kannte. Aus "Jitterbugs" wurde im Kino "Die Wunderpille" und im Fernsehen auch "Gauner, Blüten und Betrüger" und Oliver Hardy wurde von Arno Paulsen, Bruno W. Pantel und Michael Habeck synchronisiert. So detailliert und schön zu lesen Norbert Aping das Phänomen untersucht, bleibt er dem Leser die Frage eigentlich (vielleicht bewußt) schuldig, warum Laurel und Hardy diese mediale Veränderung hierzulande seit 70 Jahren durchlebt? Wenn das der Herr Amtsrichter auch selbst nicht beantwortet, so müssen wir es wohl auch nicht, vielleicht reicht die bloße Festsstellung, daß es Fassungen des Komiker-Duos gibt, mit denen man kaum rechnet. Neben Synchron - und Musikänderungen, Verstümmelungen fast aller Filme, den Glossen bei den Stummfilmen im Fernsehen durch den Oldie der Kabarettszene Hanns-Dieter Hüsch, zeigen sich sogar eingefärbte und neu zusammengesetzte Dick-und-Doof-Filme. Der Laurel-und-Hardy-Rezipient, der Filmhistoriker, der Dick-und-Doof-Fan, Der Slapstik-Liebhaber, der Komik-Genießer oder die zahlreiche Kinderschaar - sie alle spüren, hier präsentiert sich mehr als Klamauk und dieses muß wohl in deutscher Gründlichkeit facettenreich immer wieder neugeboren und präsentiert werden. Während das legendäre Buch von William K. Everson "Laurel und Hardy und ihre Filme" (München 1980) aus der Citadel-Reihe Lust auf das Wiedersehen macht (Joe Hembus: "Dies ist eines der wenigen Filmbücher, durch die man jeden Film noch einmal genießt, und danach gleich wieder ungeheure Lust hat, ihn am liebsten sofort wieder zusehen") - macht das Buch von Norbert Aping Lust auf eine Analyse, die gerichtet sein kann auf das Wesen von Amerikanern und Deutschen. Laurel und Hardy bleiben genial, aber ihre deutschen Sprecher Michael Habeck (der letzte, der noch lebt und in allen Langfilmen Ollie fast nachspielte, anstelle ihn zu synchronisieren) Arno Paulsen und Walter Bluhm ebenfalls. Berlin, Ostern 2006 Ramin Rowghani Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
D I E deutsche L&H-History!,
Von
Rezension bezieht sich auf: Das Dick und Doof Buch. Die Geschichte von Laurel und Hardy in Deutschland (Gebundene Ausgabe)
Laurel & Hardy-Bücher gibt es mittlerweile einige - vor allem auf englisch gibt oder gab es eine große Auswahl. Deutsche Bücher sind dagegen eher selten. Dabei haben sie sich entweder auf die Biographie oder die Filme der beiden Jungs spezialisiert. Norbert Aping hat nun erstmals in jahrelanger Arbeit „das ultimative Buch über die Meister der Groteske" (Buchklappentext) veröffentlicht. Dies handelt vor allem davon, wie Stan und Ollie in Deutschland populär (gemacht) wurden. Dass sie fast von Anfang an als „Dick und Doof" vermarktet wurden, ist allseits bekannt. Daher auch der für eingefleischte Laurel-&-Hardy-Fans etwas befremdliche Titel „Das Dick und Doof Buch". Es beschreibt alle Filme der beiden, stellt Synchronisationen und Synchronsprecher vor, zeigt hunderte (oder über tausende?) Bilder aus den Filmen, beschreibt die verschiedenen Fernsehserien, Videokassetten und DVDs. Kurz gesagt: es stellt insgesamt die deutsche L&H-Geschichte dar in allen Facetten. Sehr interessant m.E. das Kapitel 20 „Hitler lacht - Laurel & Hardy verschwinden aus Deutschland". Die Überschriften der Oberkapitel versprechen einiges an Infos:I. Die Vorkriegszeit Fazit: Zusammen mit Christian Blees' Buch „Laurel & Hardy - Ihr Leben, ihre Filme" gehört Norbert Apings „Das Dick und Doof Buch" nun zu den deutschen Standardwerken über Stan und Ollie! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Brillant! Ein unbedingtes Muss!,
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Das Dick und Doof Buch. Die Geschichte von Laurel und Hardy in Deutschland (Gebundene Ausgabe)
Ich weiß nicht, was ich an diesem bewundernswerten Buch am meisten loben soll. Es ist ein nicht zu überbietendes Standardwerk, das alles Bisherige in den Schatten stellt. Die kenntnisreiche Aufbereitung der gewaltigen Stoffülle ist einfach beeindruckend. Ich kenne kaum ein deutsches Filmbuch, das mit einer derart vorbildlichen Recherche aufwarten kann. An jeder Buchstelle merkt man, mit welcher Begeisterung und Liebe und mit wieviel Herzblut Norbert Aping über die beiden Meisterkomiker geschrieben hat. Für den Leser bedeutet dies ein einziges Lesevergnügen, zumal der Autor die zahllosen fesselnden Einzelheiten in einem solch flüssigen, unterhaltsamen Stil bringt, dass man auch wahllos irgendein Kapitel aufschlagen kann und sich sofort festliest. Alles wirkt sehr lebendig, und die Erinnerungen an lange zurückliegende Kinobesuche und Fernseherlebnisse werden wieder wach. Ich konnte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.Dann die zahllosen seltenen Abbildungen, die das Buch in allen Facetten illustrieren. Einmalig! Wären doch alle deutschen Filmbücher so. Viel zu oft wird man ja mit nur schlampig recherchierten Büchern abgespeist. Und weil Norbert Apings Buch so unendlich viel für jeden bietet, braucht er auch mit seinen Quellen nicht hinter dem Berg zu halten. In den Anmerkungen kann man ohne Ende stöbern. Faszinierend die filmografischen Anhänge, die weder für Otto Normalverbraucher noch für den Filmfachmann irgendwelche Wünsche offenlassen. Eine solche Filmografie habe ich bisher noch nicht gesehen. Sie würde mühelos ein weiteres Buch füllen. Dass der Verlag die vielen Anhänge auf seiner webseite bereithält, ist eine clevere Lösung. Denn dadurch stehen Suchfunktionen zur Verfügung, die ein gedruckter Anhang nicht bieten könnte. Goldrichtig ist auch der Buchtitel. "Dick und Doof" waren nun einmal in Deutschland bereits seit 1929 die derb - volkstümlichen Namen für die beiden Rollen, mit denen die 2 Volkskünstler im besten Sinne des Wortes zum Volk gesprochen haben. Er macht sehr schön deutlich, dass auch das Buch nicht nur für eine Elite geschrieben, sondern allen zugänglich ist, also ganz im Sinne von Stan und Ollie . Fazit: Ein tolles, unverzichtbares Buch für alle, die sich nur irgendwie für Laurel und Hardy interessieren, aber genauso für Fachleute, die ein wichtiges Stück Filmgeschichte hinzulernen möchten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
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