Wer hier - irregeführt durch die ständig wachsende Zahl ähnlich betitelter "Einführungen" der Kategorie "Wie werde ich achtsam und erleuchtet" - einen weiteren leicht konsumierbaren Fast-Food-Aufguss des Zen erwartet, wird überrascht sein: Bietet "Die Praxis der Konzentration" doch eine großangelegte und komplexe Zusammenschau der Grundlagen einer lebendigen und gelebten Zen-Praxis. Bereits im ersten Kapitel "Die richtige Art, Zazen zu üben" wird die eingeschlagene Gangart deutlich: Auf Basiswissen wie Körperhaltung und Atmung beim Zazen wird nicht mehr näher eingegangen, sondern diesbezüglich auf das Standardwerk desselben Autors "Za-zen - die Praxis des Zen" verwiesen. Hingegen wird unmittelbar der Geisteszustand beim Zazen unter besonderer Berücksichtigung des hishiryo-Bewusstseins und möglicher Störungen und Beeinträchtigungen analysiert. Es folgt eine ausführliche und nuancierte Systematik des zen-geleiteten Handelns und Wahrnehmens. Besonders hervorzuheben ist das nun folgende Kapitel über die Bonno und Engi, welche umfassend, aber teilweise so kondensiert dargestellt sind, dass nur eine sehr sorgfältige und ggfs. wiederholte Lektüre die gesamte Tiefe des Stoffes erfassen lässt. Es folgen Erläuterungen zur traditionellen fernöstlichen Medizin, zum Karma und den Kai (teilweise subtile "Gebote") sowie eine facettenreiche Darstellung der Zen-Praxis im Alltagsleben mit Konzentration auf Zazen als wesentlichstem Kern. Insgesamt liegt hier ein weiteres, mit zahlreichen Zitaten aus Kerntexten des Zen und des Buddhismus versehenes Werk vor, welches für alle Fortgeschrittenen in Zen-Praxis und -Theorie eine äußerst empfehlenswerte Lektüre darstellt, während es Neulinge eher überfordern könnte.