Als nicht wirklicher Roxy Music Fan, sondern eher "Gelegenheitstäter", war ich auf das Angenehmste überrascht. Man merkt Ferry an, daß ihm seine Stücke (schade, daß das superbe "Slave to love" fehlt) auch heute, über 20 Jahre nach erstem Erscheinen, emotional noch viel bedeuten. Gepaart mit einer durchaus wahrnehmbaren Selbstironie eine interessante, weil zwar hingebungsvolle, aber trotzdem nicht zu "seifige" Interpretation. Die Stücke sind in einem wohltuenden Maße von der teils für mich störenden (auch elektronischen) Schnulzigkeit der alten Studioaufnahmen befreit (nicht ganz so elegisch-pompös). Die Stimme ist zwar etwas in die Jahre gekommen, ihre beginnende Brüchigkeit gefällt aber vor allem dann, wenn er die Lautstärke zurücknimmt. Begleitet von recht großer Besetzung (aber nie zu "dick")merkt man allen Beteiligten die Freude am Gig an. Auch durch eine recht "enge" Kameraführung bekommt die ganze Aufnahme etwas, vielleicht nicht direkt "Club-ähnliches", so doch persönliches.
Bild- und Tonqualität nicht überragend, aber gut (bin keine Technikfreak, sondern betrachte diese eher als Mittel zum Zweck, insofern ist meine Meinung vielleicht kein Maßstab).
Insgesamt ein sehr lohnenswerter Kauf, nicht nur für Romantiker.