Diana L. Paxson: Die Töchter der Nibelungen (orig. Wothan's Children) Triologie Lübbe Nun eigentlich bin ich ja kein Freund von Erzählern, die das was sie zu sagen haben nicht in einem Buch schaffen. Aber das Thema übt halt einen zu starken Reiz auf mich aus. Die banalen, Sinn entstellten deutschen Titel sind wohl dem Verlag anzulasten. Man darf den Deutschen wohl mental nicht überfordern - denn nur wo Nibelungen drauf steht, sind auch Nibelungen drin - und man darf doch keinen potenziellen Käufer verpassen. Aber zurück zum Werk. Ein Amerikaner und dann auch noch eine Frau will uns das Nibelungen-Lied erzählen? Schon wieder Skepsis aber sie findet keine weitere Nahrung und bleibt auch sonst völlig gegenstandslos. Die Geschichte ist rund und bestens recherchiert und stimmig erzählt. Uns wird ein Bild gemacht von einer Zeit im Wandel, die interessanter war, als es uns die Geschichtsbücher vermitteln können. In einer Zeit in der zunehmend Filme schamlos das Geschichtsbild nach Gutdünken verbiegen, ist es angenehm das es noch Bücher gibt, in denen versucht wird, möglichst authentisch eine Zeit und Religion wiederzugeben, welche von denen die sie für uns festgehalten haben, schon nicht mehr verstanden werden wollte bzw. konnte und nicht selten dabei nicht unwesentlich entstellt worden ist. Hier wird sie zur Geschichte eines alten Gottes und denen die von ihm auserwählt wurden Großes zu tun. Dianas Deutung des alten Stoffes ist auf alle Fälle interessant, ändert am eigentlichen Inhalt wenig, füllt ihn aber zusätzlich mit Leben. Alles in allem sind die Charaktere gut ausgeformt und bleiben auch in ihren Handlungen nachvollziehbar. Es lohnt sich also sich durch diese 3 Wälzer zu kämpfen.