Veronika Rusch hat auch ihren zweiten Roman ihrer Heldin Clara Niklas, der unerschrockenen Rechtsanwältin und Kämpferin für das Recht, gewidmet. Wieder einmal gerät sie - mehr zufällig als geplant - an einen Fall, der es in sich hat. Ein junger Arzt trägt ihr die Vertretung einer Mandantin an, die mehr als vierundzwanzig Jahre in einer geschlossenen psychiatrischen Einrichtung verbracht hat und jetzt auf sein Betreiben hin entlassen wurde. Noch ehe Clara Niklas die genauen Hintergründe mit dem Arzt erläutern kann, verstirbt dieser auf seltsame Art und Weise. Was wie ein Unfall wirken sollte, stellt sich bald als Mordanschlag heraus. Gleichzeitig wird schnell klar, dass seine Patientin das Opfer eines Komplotts ihres eigenen Bruders wurde und ihm ihre Einweisung in die Anstalt zu verdanken hatte. Der Bruder wird kurz nach der Entlassung der Schwester erschlagen in einer Tiefgarage aufgefunden. Als wäre das nicht genug, kommt auch noch ein medizinischer Skandal ans Licht, bei dem die Patienten der psychiatrischen Einrichtung als "Versuchspersonen" für zweifelhafte medizinische Experimente dienten. Die Autorin hat mit dieser Geschichte ein Konstellation für einen Roman geschaffen, der normalerweise nur spannend sein kann. Allerdings widmet sich Veronika Rusch auch in diesem Roman erneut ausgiebig ihrer Heldin und deren psychischer Gemütsverfassung. Der Leser lernt Clara Niklas mal wieder in wirklich allen Lebenslagen kennen, wodurch das Buch stellenweise an Spannung verliert. Künstliche Längen sind damit vorprogrammiert. Sie wären vermeidbar gewesen. Insgesamt aber eine anspruchsvolle und lesenswerte Geschichte mit leichten Abstrichen beim Thema Spannung.