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Bruder Kemal: Ein Kayankaya-Roman Gebundene Ausgabe – 28. August 2012

3.9 von 5 Sternen 26 Kundenrezensionen

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Über den Autor und weitere Mitwirkende

Jakob Arjouni, geboren 1964 in Frankfurt am Main, veröffentlichte Romane, Theaterstücke, Erzählungen und Hörspiele. Er war 21 Jahre alt, als sein Frankfurter Privatdetektiv Kemal Kayankaya in ›Happy birthday, Türke!‹ zum ersten Mal ermittelte, ein hochgelobtes Debüt (1991 unter der Regie von Doris Dörrie verfilmt). Es folgten vier weitere Fälle, für ›Ein Mann, ein Mord‹ (dritter Fall) erhielt Jakob Arjouni 1992 den Deutschen Krimipreis. Seine Romane ›Hausaufgaben‹, ›Chez Max‹ und vor allem der Roman über einen ostdeutschen Nazimitläufer, ›Cherryman jagt Mister White‹, sind mittlerweile Schullektüre. Das Thema, das sich wie ein roter Faden durch Arjounis Werk zieht, ist die Auseinandersetzung mit Gewalt in all ihren Formen. Seine Leser liebten ihn für seine spannenden, scharfzüngigen, sprachlich unprätentiösen, witzigen und klugen Bücher. Sein Werk ist in 23 Sprachen erschienen. Er starb am 17. Januar 2013 in Berlin.



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Von Andreas Camino TOP 1000 REZENSENT am 4. September 2012
Format: Gebundene Ausgabe
Es ist leider lange her, dass ich einen Roman von Jakob Arjouni gelesen habe, Ende der 80er Jahre war "Happy Birthday, Türke!" Thema in meinem Deutschunterricht. Danach habe ich den Autor und die Serie aus den Augen verloren und war jetzt einerseits überrascht, dass eine Serie daraus entstanden ist. Auf der anderen Seite finde ich es überraschend, dass in den ganzen Jahren nur 5 Bücher mit dem Held Kayankaya erschienen sind. Dies mag die Begründung für die Qualität sein.
Im vorliegenden Roman gibt es zwei Handlungsstränge, die später geschickt zusammengeführt werden. Der Privatdetektiv Kemal Kayankaya lebt in Frankfurt, betreibt in der Nähe des Hauptbahnhofs eine einfache Kanzlei und schlägt sich mit einigen Aufträgen durch das Leben.
Eine gut aussehende Frau im mittleren Alter beauftragt Kayankaya, ihre verschwundene minderjährige Tochter zu finden. Sie vermutet, dass sie mit einem älteren Mann durchgebrannt ist. Diese Begegnung ist gut beschrieben: auf der einen Seite die schlichte Beauftragung in Kombination mit der erotischen Ausstrahlung der Frau, den auffallenden Äußerlichkeiten und den darauf gut gespiegelten Reaktionen des Privatdetektivs in Form von Gedanken und gezeigter Verhaltensweise. Die Ermittlungen führen schließlich in islamistische Kreise. Der andere Teil der Handlung beschreibt einen Auftrag zum Personenschutz. Ein marokkanischer Autor stellt auf der Frankfurter Buchmesse sein islamkritisches Werk vor und Kayankaya wird beauftragt, den Personenschutz auszuführen. Manches scheint hier anders, als es in Wirklichkeit ist und die Geschichten verbinden sich gegen Ende zu einer gelungenen, wenn auch nicht sehr überraschenden Auflösung.
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Format: Gebundene Ausgabe Verifizierter Kauf
Unser alter Freund Kemal Kayankaya scheint im Bürgertum angekommen. Freundin, regelmäßiges Einkommen, tolle Kunden, gutes Wohngebiet, Nikotinfreiheit und Kinderwunsch - d.h. er sitzt gehörig in der Scheiße. Heraus schafft er es nur mit zwei neuen Fällen, die ihn zurück ins Bahnhofsviertel bringen, die wieder seine alten Instinkte wecken und ihn am Ende mit rauchender Knarre, Leiche und kaputter Nase stehen lassen.
Absolut toller deutscher Krimi, Arjouni ist einer der wenigen deutschen Autoren, die wirklich gute Krimis schreiben - ohne regionale Milchfirmen und geklaute Hühner. Die Handlung ist in Frankfurt angelegt - freut mich als Hessen besonders - doch gibt es glücklicherweise keine Jagd durch den Stadtwald oder Versteckspiel am Goetheturm. Wir bekommen hier einen wunderbaren Großstadtkrimi, der die typischen Orte (Messen, Museen,Kneipen, edle Wohngegenden und Rotlichtviertel) zu verbinden versteht und alles mit scharfer Ironie unter die Lupe nimmt.
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Format: Gebundene Ausgabe
"Marieke war sechzehn und nach den Worten ihrer Mutter „sehr talentiert,
belesen, politisch engagiert, neugierig und voller Humor..."

Bei Mariekes Verschwinden wendet sich ihre Mutter, Valerie de Chavanes an den Privatdetektiven Kayankaya. Was zuerst nach dem Verschwinden eines Teenagers aussieht, welcher sich für zwielichtigen Freund statt für das eigene Elternhaus entscheidet, konfrontiert Kayankaya bald mit Drogen, Vergewaltigung und Mord. Während der vermisste Teenager bald wieder zu Hause ist, haben für Kayankaya die Probleme erst begonnen.

Die Geschichte zieht ihre Kreise, breitet sich über seinen zweiten Fall, in dem er den muslimischen Schriftsteller Malik Rashid vor Übergriffen schützen soll. Rashid hat mit seinem neusten Roman, welcher Homosexualität in der arabischen Welt thematisiert, die Wut muslimischer Gruppierungen auf sich gezogen und befindet sich in Gefahr. Diese blüht ihm auch wirklich.

"„Hören Sie mir gut zu: Die Lage hat sich verändert, wir haben eine Geisel. [...]
Wenn Sie die Polizei verständigen, verschwindet die Geisel für immer."

Kayankaya sieht sich vor dem Problem, wie er seinen Schützling und sich selber aus dieser Situation heil herausbringt.

Mit viel Humor erzählt Jakob Arjouni Kayankayas neusten Fall. Dabei kriegt auch die Bücher- und Verlegerbranche ihr Fett weg, wird sie doch unbarmherzig und nicht ohne Zynismus portraitiert. Der neuste Fall des türkischstämmigen Kayankaya verliert ab und an den Spannungsbogen und weicht zu stark auf persönliche Erinnerungen und die private Geschichte des Ermittlers ab, macht dies aber durch viel Witz wieder wett.
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Von Gospelsinger TOP 500 REZENSENTVINE-PRODUKTTESTER am 5. Februar 2014
Format: Kindle Edition
Kayankaya, Privatdetektiv in Frankfurt am Main, hat sein unscheinbares Büro mitten im Bahnhofsviertel. Seltsam, dass ausgerechnet er von einer Frau engagiert wird, die in einer schicken Villa residiert. Aber schnell wird deutlich, dass gerade seine Kenntnisse der etwas zwielichtigeren Ecken Frankfurts ihn für seine Aufgabe prädestinieren.
Er soll die 16jährige Tochter seiner Klientin aufspüren. Marieke, nach Aussage der Mutter ein „ziemlicher Feger“ (was aber eher auf die Mutter selbst zutrifft), ist mit einem deutlich älteren – und nicht gerade gesetzestreuen – Mann durchgebrannt.

Kayankayas zweiter Auftrag führt ihn auf die Frankfurter Buchmesse. Er wird als Leibwächter für den marokkanischen Schriftsteller Malik Rashid engagiert, der Drohbriefe erhalten hat, weil er das Thema Homosexualität und Islam bearbeitet. Kayankaya soll Rashid auf all seine Buchmessentermine begleiten.

Obwohl es auf den ersten Blick nicht danach aussieht, haben die beiden Fälle miteinander zu tun, und am Ende des spannenden Krimis werden die Handlungsstränge geschickt zusammen geführt.
Aber das war für mich gar nicht die Hauptsache an diesem Krimi.

Richtig begeistert haben mich der intelligente Sprachstil, der Humor des Autors und die witzigen Ideen, die so nebenbei in die Handlung eingebaut sind, zum Beispiel, wenn Kayankaya seiner Freundin Deborah vorschlägt, sich „auch ein Israel anzuschaffen“, das dann für alle streitauslösenden Faktoren verantwortlich gemacht werden kann und so für Frieden in der Beziehung sorgt.

Herrlich fand ich die Stellen, die auf der Buchmesse spielen und den Literaturbetrieb so schön auf die Schippe nehmen. Liebevoll, natürlich.

Schade, dass dieser tolle Krimi das Abschiedsgeschenk des viel zu früh gestorbenen Autors ist.
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