William von Lythwood ist vor Jahren ins Heilige Land gepilgert und hat seinen Schreiber Elave mitgenommen. Nun kehrt William nach sieben Jahren heim: im Sarg, da ihn kurz vor dem Ende der Reise Krankheit und Tod eingeholt haben. Als Elave um ein Begräbnis des Pilgers in der Kirche bittet, mischt sich der zufällig anwesende Domherr Gerbert ein. Er hat Kenntnis erlangt, William habe Thesen vertreten, die nicht im Einklang mit dem wahren Glauben stehen. Während Elave, der William auch auf dessen spirituellen Wegen gefolgt ist, sich mehr und mehr in den Fallen der Theologie verheddert und seine Rückkehr den zurückgebliebenen Haushalt Williams aus dem Gefüge zu bringen droht, geschieht ein Mord. Es zeigt sich, dass mehr als einer einen Grund hat, den Ermordeten zu töten und mehr als einer einen Grund, in Elave einen Rivalen zu sehen...
Der Band ist wieder einer von den gelungenen und lesenswerten. Es ist mir zwar ein Stück weit zu theoretisch-theologisch, wenn auf einmal Fragen wie Erbsünde und Prädestination erörtert werden (was aber eher daran liegt, dass ich die Argumentationsmuster zur Genüge kenne und das gewisse Ermüdungserscheinungen nach sich zieht), aber die eigentliche Geschichte ist gewohnte gute Ellis-Peters-Qualität am oberen Rand. Ich störe mich allerdings heftig an dem Begriff "Ketzerlehrling", auch wenn es sich um eine zutreffende Übersetzung aus dem Englischen handelt. Es gibt zwar parallel dazu den "Zauberlehrling", sowohl im Deutschen als auch im Englischen, aber "Zauberei" ist tatsächlich etwas, was man als eine Art Beruf betreiben und lernen kann. Ketzerei ist nun mal nicht gerade ein Ausbildungsberuf. Das ist man entweder ganz oder man ist es gar nicht (unterstellt, es gibt Ketzerei und Ketzer, was ich damit nicht gesagt haben will!)