Vorliegend wird die Urfassung der zweiten Sinfonie von 1872 in geradezu überwältigender Weise dargeboten. Die Zweite erscheint nicht mehr stiefmütterlich zwischen der Ersten und Dritten, sondern tritt als schlüssiges Werk gleichberechtigt neben die anderen Sinfonien. Bruckner erscheint wie nach einer Katharsis in einer radikalen Eindringlichkeit und Größe, ja mit einer geradezu gewalttätigen Wucht, wie man das nach den anderen Fassungen der Zweiten nicht für möglich gehalten hätte. In Simone Young hat Anton Bruckner eine Anwältin gefunden, wie man sich keine/n bessere/n wünschen kann. Die Philharmoniker Hamburg spielen auf höchstem Niveau. Nicht nur für Brucknerfreunde ein Pflichtkauf.