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Buchnotiz zu : Süddeutsche Zeitung, 06.11.2002
Die Bruchlinien, die Waldenfels' jüngstem Buch den Titel geben, sind nicht etwa Stellen, erklärt Manfred Sommer die Terminologie des Philosophen, an denen sich ein Ganzes entzweit, auseinanderbricht, sondern sogenannte Zwischen-Orte, an denen so etwas wie Verknüpfung überhaupt erst entsteht. Sommer stellt uns Waldenfels als deutschen Philosophen in der Tradition der Phänomenologen vor, der sich seit längerem um eine "besonnene" Rezeption der französischen Philosophie bemüht. Waldenfels führe vor, wie unsinnig es sei, die phänomenologische Beschreibung der Dinge gegen die hermeneutische Methode, das Interpretieren von Texten auszuspielen, schwärmt der Rezensent. Waldenfels lehre uns, Neues zu sehen und Altes neu zu entdecken. Selbst vor aktuellen Kontroversen scheut Waldenfels nicht zurück, der im letzten Kapitel das "leiblich-pathische Feld" bestellt, das sonst die Biotechnik und Bioethik beackern. Auch dabei gerieten feste Frontlinien in Bewegung, freut sich Sommer.
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Über den Autor
Bernhard Waldenfels, geboren 1934 in Essen ist Professor emeritus für Philosophie an der Ruhr-Universität Bochum. Im Suhrkamp Verlag sind zuletzt erschienen: Schattenrisse der Moral (stw 1813), Antwortregister (stw 1838) und Ortsverschiebungen, Zeitverschiebungen (stw 1952).