Produktinformation
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Am 4. April 2005 geht The Boss im Two River Theater in Red Bank/New Jersey auf die kleine Bühne, um einem handverlesenen Publikum fast 100 Minuten lang acht Lieder inklusive ausführlicher Erläuterungen zu präsentieren. Auf eine Begleitband verzichtet Springsteen dabei, er braucht lediglich seine Gitarre oder sein Klavier (plus eine Mundharmonika, die er ständig vergisst, sich umzuhängen), um die einzigartige Magie seiner Kompositionen zum Leben zu erwecken. Auf dem Programm stehen Nummern, die nicht unbedingt zu seinen größten Hits gehören, die unterschiedlichen Facetten seiner über 30-jährigen Karriere aber sehr gut herausstellen. Von "Blinded By The Light" aus dem 1973er Debütalbum Greetings From Asbury Park über das zwei Jahre später veröffentlichte "Thunder Road" und die beiden Achtziger-Jahre-Tracks "Nebraska" (´82) und "Brilliant Disguise" (vom ´87er Longplayer Tunnel Of Love) bis hin zu den The Rising-Auszügen "Waitin´ On A Sunny Day" und "The Rising" sowie zwei Songs vom aktuellen Werk Devils & Dust ("Jesus Was An Only Son" und "Devils & Dust") spannt Springsteen einen weiten Bogen. Mit unzähligen Anekdoten, vielen spontanen Einwürfen und einem unterhaltsamen Sinn für Humor, der auch vor schonungsloser Selbstironie nicht Halt macht, beleuchtet er zwischen den Songs die Texte oder seine Arbeitsweise als Komponist und erzählt grinsend von frühen Stripclub-Besuchen, bevor er mit seiner Frau Patti als Background-Sängerin "Brilliant Disguise" anstimmt. Zwischendurch erlaubt sich Springsteen auch ein paar ernsthafte Monologe, philosophiert über Kinder, Familie und Religion, die dunklen Seiten des Lebens und die vielen kleinen, sorgfältig beobachteten Details, die sein Schaffen so einzigartig und wertvoll machen.
Technisch ist die DVD mit ihrer exzellenten Bildqualität, dem ausgesprochen lebendigen 5.1-Surround-Sound und den guten, wahlweise zuschaltbaren deutschen Untertiteln (eine synchronisierte deutsche Tonspur gibt es nicht) über jeden Zweifel erhaben, und als Bonus erwartet den Zuschauer noch ein Question-&-Answer-Special, in dem Springsteen den Konzertbesuchern in Red Bank eine Viertelstunde lang sehr offen Rede und Antwort steht.
-- Michael Rensen
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Sieht man es sich dann aber an, merkt man schnell, dass es einen Grund hat, warum Künstler normalerweise ihr eigenes Werk nicht interpretieren. Wenn man schon vorher mal ein wenig über die Lieder nachgedacht hat, wird man wenig neues oder gar "erhellendes" zu hören bekommen, häufig "erklärt" Springsteen einzelne Zeilen gar nur mit einem simplen "Yes, it is", "Yes, we were" und häufig auch: "That's self-explaining".
Interessanter ist es, wenn er flüssig ein bisschen etwas über die Lieder erzählt.
Das "Bonusmaterial", eine Frage-und-Antwort-Session mit dem Publikum ist dagegen vollkommen überflüssig. Schon gleich die erste Frage ist dermaßen dämlich: "Wenn ich deine Lieder höre, Bruce, denke ich, ich kenne dich. Stimmt das?" Springsteen witzelt: "Nein!", was aber wohl nur die höflichste Form war zum Ausdruck zu bringen, dass es einfach eine saudumme Frage war.
Die musikalische Performance der Lieder dagegen ist hervorragend, was man allerdings nicht von den deutschen Untertiteln behaupten kann. Da wird z.B. "Anticyclone" stur wörtlich mit "Anti-Zyklon" übersetzt, ein Wort, dass es im deutschen Sprachgebrauch nicht gibt. Korrekt wäre einfach "Hochdruckgebiet" gewesen, das hätte dann auch jeder verstanden.
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