1968, Arkansas. Auf merkwürdige Weise nimmt der Gefängnisdirektor Henry Brubaker (Robert Redford) seinen Dienst auf : Als gewöhnlicher Häftling lässt er sich in das Gefängnis Wakefield einliefern und verbringt einige Tage mit ihnen und erlebt unmenschliche Zustände.
Er hat sich ein Ziel gesetzt : Das Gefängnis zu reformieren. Er stößt auf Widerstände, nicht nur bei den Häftlingen...
Eine tolle Umsetzung der Gefängnis-Thematik und deren Kritik am System.
In der ersten Hälfte des Film wird auf die elenden Zustände hingewiesen dann geht es über in das Verändern. Ohne Gefühlsduselei wird eine Analyse präsentiert wie eine Struktur entstanden ist, die weit über das Gefängnis hinausgeht. Gefangene werden als billige Arbeitskräfte gehalten, alles kostet, auch für die medizinische Versorgung zahlen die Häftlinge. Die Gefangenen werden schikaniert und drangsaliert nicht sozialisiert. Jedes Mal wenn Brubaker glaubt er hat was erreicht, stellen sich die privilegierten Häftlinge quer oder ihm werden bürokratische Steine in den Weg gelegt. Ein aussichtsloser Kampf; auch gegen seine Vorgesetzte.
Regisseur Stuart Rosenberg hat hier fast ein Meisterwerk kreiert, dass, nur am Ende, etwas übertrieben ist. (auch wenn es die Wahrheit sein sollte, denn der Film basiert auf realen Gegebenheiten) Vielleicht habe ich auch nur zu wenig Fantasie zu was Menschen fähig sein können.
Was den Film so einmalig macht sind die Darsteller, die bis in die Nebenrolle hervorragend besetzt sind :
Neben Robert Redford, Yaphet Kotto, Jane Alexander, David Keith sind unter anderem Morgan Freeman, Matt Clark, Everett Mc Gill sowie Wilford Brimley, Joe Spinell zu sehen.
Die erzeugen ein Sozialdrama das in der heutigen Zeit sicher nicht mehr zu realisieren sein dürfte. Neben einem hervorragenden Drehbuch, der Kameraführung und der Musik von Lalo Schiffrin entstand ein hervorragend fesselndes Werk das man gesehen haben sollte. Drehort war ein richtiges Gefängnis und das gibt dem Werk die richtige Authentizität.
Für mich jedenfalls ein Kaufempfehlung wert, denn das amerikanische Justizsystem hat sich seit dieser Zeit nicht wesentlich geändert, nur die Fassade wurde modernisiert.
Extras gibt es keine auf der Scheibe.
Bild und Ton sind ordentlich aber nicht weltbewegend, der Film ist immerhin 30 Jahre alt.
(9/10)