T. A. F. K. A. Prince formulierte seinen Respekt für das was D`Angelo 1995 geschaffen hatte und auch die kanadische Jazz-Lady Diana Krall zählt "Brown Sugar" zu ihren Lieblingsalben; hinzu kommt, daß man die Bewegung des "Neo-Classic Soul" auf dieses Album zurückführt, eine Bewegung der solche Sänger/innen wie Erykah Badu, Adriana Evans, Chico DeBarge oder Maxwell etc. angehören und die vor allem von den "alten, guten" Soultraditionen der 60er/ 70er Jahre (Marvin Gaye, Curtis Mayfield, Isaac Hayes, James Brown u.a.) inspiriert wird. Das hier aber mehr passiert als nur das plumpe "Übernehmen" von Traditionen, beweist D`Angelo auf seinem Debüt eindrucksvoll. Da werden die Einflüsse durch kontemporäre HipHop Beats unterstützt (bei "Brown Sugar" mit Unterstützung des damaligen A Tribe Called Quest DJs Ali Shaheed Muhammad) und mit einer Gesangstechnik verfeinert, die zwischen Soulgesang à la Curtis Mayfield oder Marvin Gaye und absolut relaxtem Rapflow liegt. Die Texte behandeln natürlich alle die schönste Sache der Welt (bei "Brown Sugar" mit einer eindeutigen Zweideutigkeit ), aber eben auf eine ganz besondere Art und Weise. So kann man D`Angelo zum Beispiel in "Sh*t, Damn, Motherf*cker" zu süffigen Orgelsounds über Mord und Totschlag singen hören, nachdem er seinen besten Freund und seine Herzdame in flagranti erwischt ("...why the both of U`s bleeding so much?"). Bemerkenswert ist aber auch das D`Angelo fast alles selbst bewerkstelligt Produktion, Gesang, Songarrangements usw. Umsonst schaut man sich nach glanzvollen Namen um, wenn auch ein Bob Power hier und da die Gitarre spielt, ein Ali Shaheed Mohammad die Beats kreiert oder ein Rafael Saadiq (damals noch bei Toni!Tony!Toné! ) die Klampfe in die Hand nimmt, aber es sind nicht die Massenmagneten oder Glanz und Gloria ausstrahlenden Namen eines Babyface oder einer Missy Elliot! Wie auch immer, "Brown Sugar" hat seine Wirkung und einen nicht zu unterschätzenden Qualitätswert! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)