Die hilfreichsten Kundenrezensionen
|
|
20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Keine Erlösung, nirgends, 2. Januar 2006
Von Ein Kunde
Zwei Jahre nach seiner Fertigstellung kann man nun endlich auch in Deutschland feststellen, dass "The Brown Bunny" von Vincent Gallo trotz der teilweise heftigen Kritik ein ganz hervorragender Film ist. Bei der Vorführung bei den Filmfestspielen in Cannes verließen die Zuschauer massenweise den Saal, als in einer der letzten Szenen Vincent Gallo in aller Deutlichkeit von Chloe Sevigny einen Blow-Job bekommt. Der amerikanische Kritiker Roger Ebert nannte "The Brown Bunny" den schlechtesten Beitrag, den der Wettbewerb von Cannes je erlebt hat, und gab damit einer allgemein verbreiteten Stimmung Ausdruck. Vincent Gallo kürzte den Film dann um fast ein Viertel und zeigte diese Fassung auf weiteren Festivals, wo er freundlicher aufgenommen worden ist. Diese Version ist nun auf einer deutschen DVD erhältlich. "The Brown Bunny" ist, was man nach all dem Brimborium gar nicht vermutet: still, sanft, verletzlich, ein Film über Tod, Trauer, Schuld und Erlösung. Bud (Vincent Gallo) flieht, beinahe ohne den ganzen Film etwas zu sagen, vor sich selbst. Er fährt Motorradrennen, packt sein Gefährt hinterher in seinen Transporter und fährt davon. Minutenlang zeigt Gallo diese Fahrt, die nirgendwohin zu führen scheint, er zeigt die Straßen Amerikas durch die Windschutzscheibe, er zeigt einen Schmerz im Gesicht des Mannes, dessen genaue Ursache man erst am Ende erfährt. "The Brown Bunny" ist ein ereignisloser Film, wenn man eine Handlung in einem traditionellen Sinn erwartet. Er erzählt die Geschichte eines Mannes, dessen Leben völlig aus den Fugen geraten , der Vergebung sucht und Nähe, und der nichts davon finden wird. Eine Frau, die er gerade erst kennen gelernt hat, bittet er, mit ihm zu kommen. Die Frau steigt in sein Auto, dann steigt sie wieder aus, lässt ihn allein, er fährt weiter. Bewegung wird in "The Brown Bunny" ad absurdum geführt. Sie ist Ausdruck einer traumatischen Verletzung, die der Film einen spüren lässt, bevor er sie erklärt. Bud fährt, aber er erlebt und fühlt nichts mehr. Einmal packt er in der Salzwüste von Salt Lake, sein Motorrad aus, steigt auf, fährt einfach ins Weiße hinein. Erst haften die Räder noch auf dem Weiß, dann gerät das Motorrad in eine Zone der Spiegelung, des Flirrens, das Motorrad schwebt wie im Nichts. Dann folgt ein harter Schnitt und Bud, inzwischen wieder im Kombi, fährt einfach weiter. Die Fahrt und somit die Suche geht einfach weiter, keine Erlösung, nirgends. Selbst für Gallo-Fans ist dies ein außergewöhnlicher, schwer zu verdauender Film. Wer in Filmen Unterhaltung sucht, sollte die Finger von ihm lassen. Wer aber Film als Auseinandersetzung mit der menschlichen Psyche begreift, wird dieses Werk zu würdigen wissen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
21 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
THE BROWN BUNNY (2003), 19. Januar 2006
Der Film zeichnet auf eindringlichster Weise das Portrait einer verlorenen Seele, die einfach nicht mit der Vergangenheit abschließen kann. Der Rest wurde ja bereits mehrfach beschrieben. Während die erste Hälfte des Films beinahe ohne Worte auskommt, dafür aber mit großartiger Musik untermalt ist, baut sich der Film in der zweiten Hälfte zu seinem dramatischen Höhepunkt auf. Natürlich stellt sich der Egomane Gallo wieder selbst am liebsten dar (beim essen, pinkeln, schlafen, trinken, autofahren...in ausgedehnten Kameraeinstellungen)- Zurecht! Die Kameraführung und das Bild ansich erinnern für den, der sich nur oberflächlich mit dem Film beschäftigen wird, an Studentenfilme. Dabei betont Gallo das er Jahre dafür gebraucht hat um dieses Equipment zusammen zu bekommen, um diesen "gewollten" Effekt zu erzielen! Gedreht wurde auch überwiegend spontan ohne einen festen Drehplan, um so die gegebenen und gewünschten Lichteinstellungen einzufangen. Denn eins steht bei diesem Film sicherlich im Mittelpunkt: die Ästhetik! Unbedingt auch den Soundtrack besorgen.Der Film ist trotz der FSK 16 "ungeschnitten". Interessierte können also ohne Misstrauen zugreifen. Als Extra gibt es zwei Trailer, mehr ist auch gar nicht nötig. Die deutsche und englische Tonspur sind beide in Dolby Digital. Insgesamt ein großartiger Film, fernab vom bereits vorgekauten Einheitsbrei des Mainstream Kinos.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich:
5.0 von 5 Sternen
Eine Perle des US-amerikanischen Independent Kinos, 2. Juli 2007
Wieder einmal hat Vincent Gallo ("Buffalo 66"), einer der sicherlich umstrittendsten Ikonen der US-amerikanischen Independentszene, ein Meisterstück abgeliefert. Es ist ein sperriger, initial vielleicht nicht gleich zugänglicher Film. Doch dies macht gerade den Reiz aus. Man muß sich Zeit nehmen, man muss bereit sein, sich auf die Reise des Protagonisten einzulassen, ihn zu begleiten. Während man sich den Film anschaut, findet allmählich bei einem selbst eine Art von Transformation statt, man wird zu einem Teil des Innenlebens dieser Hauptfigur. Längere Kamerafahrten und grandiose Musik unterstützen diese Wirkung.
Vorwürfe wie "langweilig" und "monoton" sind nicht zutreffend. Der Film ist nicht monoton, sondern wenn überhaupt, dann geht es um die Beschreibung beziehungsweise die Darstellung von Monotonie und letztendlich von Einsamkeit. Es geht um traumatische Erlebnisse und deren Verabeitung, die hier einen psychoseähnlichen Charakter aufweisen.
Ein großartiger Film.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
War diese Rezension für Sie hilfreich?
|
|
|
|
|
|
Die neuesten Kundenrezensionen
|