Aus der Amazon.de-Redaktion
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In Brothers Grimm, einer zeitlich lange hinausgezögerten Fantasy-/Horrorkomödie, die stark vom Einfallsreichtum des Regisseurs Terry Gilliam profitiert, werden Märchen kraftvoll zum Leben erweckt. Das ambitionierte Drehbuch des erfahrenen Horrorspezialisten Ehren Kruger (der die amerikanischen Versionen von Ring und Ring 2 schrieb) wäre in den Händen eines Anderen vielleicht zu einem wirren Monsterdurcheinander à la Van Helsing geworden. Aber durch Gilliams wundersame Einfühlsamkeit hat der Film vielmehr Ähnlichkeit mit Tim Burtons Sleepy Hollow oder Neil Jordans Die Zeit der Wölfe, wobei er von beeindruckenden Computereffekten sowie verschwenderischer (und dennoch kostenorientierter) Ausstattung profitiert, die aus dem Budget von fünfundsiebzig Millionen Dollar alles heraus holen. Krugers clevere Vorgabe besteht darin, dass die "Folkloresammler" Wilhelm und Jacob Grimm (gespielt von Matt Damon und Heath Ledger) im Film zwei Trickbetrüger aus dem neunzehnten Jahrhundert sind, welche im französisch besetzten Deutschland von Dorf zu Dorf reisen und gegenüber "bösen Flüchen" falsche Exorzismen durchführen. Doch die beiden befinden sich bald in einer übernatürlichen Krise und müssen sich mit dem Fluch der Spiegelkönigin (Monica Bellucci), solchen fantastischen Gestalten wie dem Großen Bösen Wolf, dem Lebkuchenmann und einer Unmenge an wahrhaft verzauberter (und nicht immer freundlich gesonnener) Flora und Fauna auseinander setzen. Das ist ein ziemliches Durcheinander, das von durchgeknalltem Humor (zumeist von Peter Stormare als bösem Helden) bis hin zu ernsthafter Fantasy reicht, wo sich die schöne Angelika (Lena Headey) als verlässlichste Alliierte der Gebrüder Grimm erweist. Wie bei vielen Filmen von Terry Gilliam litt auch Brothers Grimm unter Verzögerungen innerhalb der Produktion (während denen Gilliam Tideland drehte), Ausfällen von Vertriebspartnern und mehreren Änderungen der Kinoveröffentlichung, aber keines dieser Dinge kann verhindern, dass der Film eine willkommene Erweiterung des bemerkenswerten Schaffens von Terry Gilliam darstellt. --Jeff Shannon
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Movieman.de
Moviemans Kommentar zur DVD: Wenn auch Kompressionsrate und Kontrastumfang nicht ganz befriedigen, bieten Farb-, Rausch- und Schärfewerte ein Optimum. Der Soundpart der Disc gestaltet sich durchaus vorbildlich. Vor allem der DTS-Sound kann sich in punkto Sprache und Effekte wirklich hören lassen. Aber auch DD-Ex und DD 5.1-Ton bieten berauschendes Material, das lediglich bezüglich Kulisse etwas saftiger hätte ausfallen können. Das Bonusmaterial bietet alles, was das Herz begehrt. Insgesamt ein sehr angenehmes Ergebnis.
Bild: Das im Detail wunderbar klar auflösende und mit wunderhaften Farbstimmungen ausgestattete Bild (Raben im Wald, 00:20:16) weist auf Distanz keine ganz so prächtig auflösenden Ansichten auf (Gretel am Bachlauf, 00:20:45). Die Bewegungsschärfe hingegen ist vorbildlich einzustufen. Farblich wird die volle Palette natürlicher Töne ausgeschöpft. Brillanz ist genauso vorhanden wie sanfte Pastellstimmungen. Bei all dem stellt Rauschen keinerlei Problem dar, ganz im Gegenteil zu Artefakten, die vor allem an Übergängen kräftiger Farbtöne als Flimmern in Erscheinung treten (rote Jacke, 00:50:06). In dunklen Kerkerszenen können hin und wieder leicht nachlassende Schwarzwerte bemängelt werden (Jacke, 00:18:51). Kontrastreiche Muster betreffend bestehen in punkto Kontrastumfang kaum Probleme.
Ton: Der wesentliche Unterschied zwischen den Dolby Digital Sounds und dem DTS ES 6.1 Ton besteht in den Effekten. Sprachlich bieten die verschiedenen Tonfassungen aber keine nennenswerten Unterschiede. Das Original klingt ein wenig kräftiger als die deutsche Synchronisation und der DTS-Sound gestaltet sich sprachlich ein Stückchen satter als der Dolby Digital-Klang. Hauptsächlich sind es aber die reißenden Musikstücke und dunklen Effekte ,die in der DTS-Fassung deutlich kraftgeladener und detaillierter ausfallen. Schon der Kampf gegen die Hexe zu Beginn des Filmes lässt es ordentlich in allen Boxen krachen und zischen (00:06:49). Dabei sind es aber weniger natürliche Kulissenanteile, die den vollen Klangeindruck erzeugen, als das prächtig einsetzende Orchester, das auch über den Subwoofer ordentlich dröhnt. Richtungsdynamiken (Donner, 00:17:17) werden genauso stimmungsvoll und motiviert angebracht wie subtile Naturgeräusche (Waldatmosphäre, 00:11:90), die ruhig auch ein wenig mehr von hinten den Raum bevölkern könnten.
Extras: Zum Film gehören zwei DVDS, die sich in Hauptfilm und Bonusmaterial aufteilen. Neben Hauptfilm, Audiokommentar und zwei Programmtipps auf Disc eins befindet sich auf Disc zwei ein riesiges, sehr nett gestaltetes und zudem äußerst informatives Aufgebot an Extras. Diese gliedern sich folgendermaßen: Deutscher (2:31 Min.) und US-Trailer (2:26 Min.), hervorragend schlüssig kommentierte Deleted Scenes (15:15 Min.), ein Making Of (16:27 Min.), das nicht nur nett gestaltet, sondern durchaus aufregend ausfällt, weil man auch Einblicke in Stunts und Studiotechnik erhält. Auch sind vielfältige Kommentare von Darstellern und Mitwirkenden vorhanden. Des Weiteren existiert ein zweites Making Of zu Special Effects und Visual Magic (8:41 Min.), sehr schöne Vergleiche und Erläuterungen, wie die verblüffenden Effekte entstanden. Eine Cast- & Crew-Anzeige bringt Infos zu den vier Hauptdarstellern und dem Regisseur. Es folgen Produktionsnotizen in zehn sehr informativen Textseiten, die über Märchen, die Grimms, den Look des Filmes, Schauspieler, etc. berichten. Neben einer Fotogalerie mit sehr stimmungsvollen Bildern existieren noch zwei weitere Programmtipps und ein DVD-Rom Part. Insgesamt hinterlässt das Bonusmaterial einen sehr positiven Eindruck, da sowohl Umfang als auch Informationsgehalt wie Unterhaltung bedient werden. --movieman.de
VideoMarkt
Video.de
Blickpunkt: Film
Hauptgrund dafür ist, dass die Grimms hier keine charmanten Funboys sein dürfen, die sich als Dämonen-Crasher erfolgreich durchs Leben schwindeln. Stattdessen sind die Brüder überschaubar charismatisch, oft verstritten und müssen das zentrale Thema des Films, das Aufeinanderprallen von Mythen und Aufklärung, in ihren Persönlichkeiten spiegeln. Anfang des 18.Jahrhunderts repräsentiert der realistische Will (Matt Damon) den Aufbruch in ein neues Zeitalter, während Jake (Heath Ledger) in der Welt der Träume und magischen Geschichten lebt. Beide ergänzen sich, wenn sie für gutgläubige Landhirne mit billigen Schaustellertricks Spuk inszenieren, nur um dann Hexen und anderes Teufelszeug theatralisch zu exorzieren. 'Ghostbusters' vermischt sich mit 'Sleepy Hollow' und 'Die Zeit der Wölfe' mit einem Touch 'Dragonheart' - so könnte Terry Gilliam den Brothers Weinstein von Miramax das Drehbuch von Ehren Kruger schmackhaft gemacht haben, das zum großen Teil im Prager Studio und an einigen tschechischen Originalschauplätzen realisiert wurde. Ein amüsanter Prolog führt die Brüder als Hochstapler mit ihrer erprobten Arbeitsweise ein, konfrontiert sie dann aber mit der für sie erschreckenden Vorstellung, dass es Orte gibt, an denen der Spuk tatsächlich Realität sein könnte. Ein französischer Besatzungsoffizier zwingt die Dämonenprofis, das Geheimnis eines Dorfes zu klären, in dem bereits eine Reihe kleiner Mädchen spurlos verschwunden sind. Matt Damons pathetische Heldenansprache ironisiert Gilliam musikalisch, schickt dann mit dem Italiener Cavaldi den Brüdern einen Aufpasser zur Seite, der die Gewalt, noch mehr aber seine theatralischen Auftritte genießt. Peter Stormare ist das komische Highlight des Films, eine lustvolle Studie in Overacting, die von zu vielen Peter -Sellers- oder Terry-Thomas-Filmen animiert wurde. Mit Cavaldi und einer kriegerischen Dorfamazone im Schlepptau stoßen die Brüder in den Wald vor, zu einem verwunschenen Turm, in dem der Geist einer 500-jährigen intriganten Königin (Monica Bellucci) spukt, die keine Opfer scheut, um in der Blüte ihrer Schönheit wiedergeboren zu werden. Gilliam inszeniert sein überraschungsarmes Schwindlermärchen, in dem der Grimmsche Katalog in kurzen Zitaten eingebunden ist (Rotkäppchen, Rapunzel, Schneewittchen etc), als skurrile Farce, zeigt aber auch in einigen vital visualisierten Waldsequenzen mit Werwolf und wandernden, zupackenden Bäumen das Schauerpotenzial dieser Geschichte. Auch wenn die Brüder eher Reizfiguren als Sympathieträger sind und Gilliam gelegentlich zu dick aufträgt (Raben werden im 10-Minuten-Rhythmus aufgescheucht), wird 'Brothers Grimm' den Normalzuschauer, der sich nicht an Spitzenwerten wie 'Twelve Monkeys' oder 'Brazil' orientiert, gut unterhalten können. kob.
Blickpunkt: Film Kurzinfo
Kurzbeschreibung
Wilhelm "Will" und Jakob "Jake" Grimm ziehen durch das durch die französische Besatzung leidende Deutschland des frühen 19. Jahrhunderts. Als vermeintliche Geistesaustreiber reisen sie durch die Lande und lassen sich ihren Exorzismus von den ahnungslosen Dorfbewohnern teuer bezahlen - die nicht wissen, dass diese Geistererscheinungen von den Brüdern selbst vorgetäuscht werden. Das geht gut, bis die Gauner von den französischen Besatzern gefangen genommen werden. Man verurteilt sie dazu, ihre Fähigkeiten als Hexenbeschwörer zu beweisen - gegen eine Hexe, die ihre unsterbliche Schönheit durch das Blut unschuldiger Kinder gewinnt...




