Das ist der geniale Plan des kleinen Stephen Bloom(Mark Ruffalo), um mit seinem Bruder Bloom(Adrien Brody) an die Kohle der reichen Kinder, oder wie er sagen würde, der "Spielplatz-Bourgeoisie" zu kommen. Da das im Kindesalter schon gut klappt, liegt der Gedanke nahe, sich den Lebensunterhalt mit Trickbetrügereien zu verdienen. 25 Jahre später werden wir Zeuge, wie die erwachsenen Bloom-Brothers, mit Hilfe der seltsamen Asiatin Bang Bang(Rinko Kikuchi) ein Ding nach dem anderen drehen. Diese Brüder sind wirklich eine Klasse für sich. Stephen ist für die Geschichte zuständig, Bloom spielt den Charakter, der ihm zugedacht wird.
Stephens neuester Plan ist, die reiche, exzentrische Penelope(Rachel Weisz) auszunehmen. Die weiß nicht wohin mit ihrem Geld und verbringt die Tage damit, ihren Lamborghini gegen diverse Hindernisse zu fahren. Also wird Bloom als nächstes Hindernis verplant, lernt Penelope kennen und beginnt, ihr die Geschichte von einem fantastischen, geheimen Buch zu erzählen, dass er mit seinem Bruder ankaufen möchte. Anschließend wollen die Brüder, die im Antiquitätengschäft tätig sind, großen Gewinn beim Verkauf des Buches erzielen. Die Story wird geplant und vorbereitet, Penelope beißt an. Dann geht es quer durch Europa, denn das Buch soll in Prag sein. Dort kommt dann alles irgendwie ganz anders. Penelope und Bloom ist diese verdammte Liebe in den Weg gekommen. Und wollte Bloom nicht schon immer aussteigen? Ehe sich dieses Verwirrspiel klärt, erscheint dann auch noch Diamond Dog(Maximillian Schell), der alte Lehrmeister der Blooms, auf dem Plan. Ab diesem Moment wird es für alle Beteiligten echt gefährlich...
Was hat Ryan Johnson inspiriert, als er diesen Film gedreht hat? Selten habe ich eine Story gesehen, die so verrückt, schräg, aberwitzig, verspielt und liebevoll zusammengeschustert wurde. Die Brüder, deren Abhängigkeit voneinander fast schon tragisch ist, und das Streben nach einem Leben, das sich außerhalb eines "Drehbuchs" abspielt, hat Johnson perfekt auf Zelluloid gebannt. Aber nicht nur das. Nebenbei hatte er genügend Zeit und Muse, die Kamera immer wieder auf wunderbare, kleine Details der Geschichte und ihrer Protagonisten zu richten. Dabei entstanden traumhafte Bilder vor fantastischen Kulissen. Untermalt hat Johnson seinen Trick-Trip mit Musik, bei der Cat Stevens einen flüchtenden Bloom in Szene setzt oder eine ungarische Kapelle eine bizarre Szene beim großen Pragauftritt geradezu mit Leben überhäuft. Das passt in jeder Sekunde und ist perfekt gelungen. Für kurze Erklärungen hat Johnson zudem einen Erzähler eingebaut, der die Jagd der Blooms nach dem großen Geld in 15 Kapitel unterteilt und uns so einiges hörenswertes mitteilt.
Die Besetzung ist der nächste Pluspunkt bei den Bloom Brothers. Mark Ruffalo spielt den Kopf der Brüder mit Herzblut und Klasse. Adrien Brody gibt den verträumten Bloom auf genau die Art und Weise, die Brodys Schauspiel seit Jahren auszeichnet. Über all dem schwebt jedoch Rachel Weisz. Ihre Penelope hat von durchgeknallt bis sexy alles zu bieten, was an Emotionen machbar ist. Allein ihr zuzusehen, ist es schon wert, sich den Film anzuschauen. Rinko Kikuchi gibt als Bang Bang den skurillen Punkt aufs i dazu. Auch die Nebenrollen, hier sei vor allem Maximilian Schell genannt, sind wirklich gut besetzt.
-Brothers Bloom- ist ein Urlaub vom Alltag, ein bizarrer Streifen, der gut produziert und fantastisch gespielt wird. Wenn man den Film mit der Hollywood Einheitskost vergleicht, treffen die Worte "erfrischend anders" wohl am besten, was ihn von vielen Produktionen unterscheidet. Okay, man muss sich schon ein wenig auf Ryan Johnsons Trip durch die Welt des Trickbetruges einlassen. Aber wer das schafft, den erwartet ein Filmerlebnis, das er nicht so schnell vergessen wird. Von mir gibt es dafür eine absolute, uneingeschränkte Empfehlung!