"O Brother, Where Art Thou?" ist die wohl grandioseste Meisterleistung der umstrittenen Coen-Brüder ("Fargo", "The Big Lebowski", "Man who wasn't there", "Miller's Crossing", "Ladykillers"). Coen-Filme zeichnen sich durch eine ganz besondere, eigenwillige und skurile Sicht der Dinge aus. So ist der vorliegende Film tatsächlich ein bravourös inszenierter Geniestreich - ein visuell betörendes 'Juwel' kluger und tiefsinniger Unterhaltung, das mit genialen Wendungen und urkomischem Zynismus aufwartet. Die 1-A-Darstellerriege (u.a. George Clooney, John Turturro, Tim Blake Nelson und John Goodman) präsentiert hier, bis in die kleinste Rolle hinein, allerfeinste Schauspielkunst. Insbesondere Clooney beweist, dass er ein unglaublich wandlungsfähiger Mime ist, der weitaus mehr zu bieten hat, als ein smartes Lächeln. Mitten der amerikanischen Depressionszeit in den 30er Jahren überredet Everett McGill (Clooney) seine Knastkollegen (Turturro und Nelson) dazu, aus dem Gefängnis auszubrechen und nach einem ominösen Beuteversteck zu suchen, indem sich ein sagenhafter Goldschatz befinden soll. Was folgt, ist eine der verrücktesten, bizarrsten und absurdesten Odysseen, die jemals verfilmt wurden. Fazit: Dieser Film ist definitiv unvergleichlich. Ein optischer Bilderrausch, der sich durch eine fantastische Kameraführung, ansprechende Tricksequenzen, ein irrsinniges Drehbuch und eine gelungene Synchronisation auszeichnet. Intelligent, witzig und grotesk. Freunde des gehobenen Anspruchs dürften vollauf begeistert sein! Wer an "The Weather Man", "Ladykillers" oder "About Schmidt" Gefallen hatte, sollte ohne Bedenken zugreifen - ebenso wie alle, die Spaß an einem vergnüglichen cineastischen Experiment haben. Anbei: Die musikalische Begleitung des Films setzt sich aus Blues, Gospel, Bluegrass, Country und Jazz zusammen - ein wahrhaft erlesener Hörgenuss.