Mensch, was sind die doch alle nett von Pale. Zumindest beim Grand-Hotel-Van-Cleef-Festival war das so. Gut, Sänger Holger Kochs hüpfte ein wenig seltsam über die Bühne und machte so einige komische Verrenkungen. Aber wie er dann seine Mama, die im Publikum stand, grüßte - das soll sich ein "credible Rock-and-Roll-Star" mal trauen.
Genau so nett wie die Jungs aus Aachen sind, ist auch ihr Album "Brother. Sister. Bores!" geworden. Nett, in dem Sinne, das kein Song wirklich schlecht ist. Aber so richtig überzeugend sind eigentlich nur zwei: die Single "You wanna be so good" und "Gal. Why don't you adore me?". Zu glattgebügelt, um sich abzuheben, zu soft, um richtig zu rocken. Das ist Emo-Musik aus Deutschland, die leider überhaupt nicht mit amerikanischen Größen wie Jimmy Eat World mithalten kann. Schade ist das schon irgendwie.
Die erste Konvention sprengt die Band nämlich schon mit dem Opener. Während fast jede andere Rockband mit einem Kracher daherkommt, spielen Pale mit der schönen Ballade "Take me out. Bouncers!" auf. Dann kommt auch schon die Single mit diesem wahnsinnig tollen Refrain des Weges. Der Song ist gemacht für Stadien, beispielsweise dem Aachener Tivoli. Man stelle sich das vor: 25000 Kehlen brüllen "Hey, you gotta do! Oh, you gotta prove it!". Das kommt gut, wirklich. "A clash in the nightclub" überzeugt auch noch, doch dann kommt auch schon die erste kleine Durststrecke von drei Songs, die erst mit der Piano-Nummer "Gal. Why don't you adore me?" und dem Rocker "I am a ghost" noch mal kurz endet. Der Rest ist nett - und eingängig.