Das Buch Brot und Spiele ist ein Muss, a) für Menschen, die etwas Vermögen besitzen oder aufbauen wollen und b) für Finanzdienstleister, die wahrscheinlich gerade dabei sind, Ihren Kunden die falschen Produkte zu verkaufen, denn sie sind meistens auch nur auf Produkte konditioniert und weniger auf makroökonomische Zusammenhänge - und um die geht es hier. Und zwar auf eine Art und Weise, die kurzweilig, logisch, streckenweise lustig ist. Obwohl - das Thema ist es nicht, denn der Untertitel verät, worum es geht - "Schadlos durch die Wirtschaftskrise".
Andreas Popp klärt mit klaren unmissverständlichen Worten über die Tücken dieses Geldsystems auf, zeigt Konsequenzen und Lösungsansätze bezüglich einer privaten Vermögensallokation.
Die Überlegungen von Andreas Popp machen dabei die Welt oder das Finanzsystem nicht besser, können dem einen oder anderen Investor, der die Dinge ernst nimmt, aber helfen, wirklich weniger beschädigt durch eine drohende Finanzkrise zu kommen.
Es sei besonders von jenen Leuten zu lesen, die da sagen: "Diesmal kommt alles anders." Dies wird dann wieder einmal so ziemlich Ihr letzter Satz sein, bevor ihr Geld weg ist, besser ausgedrückt, nicht in ihrer Absicht umverteilt.
Von mir für dieses Buch 5 Sterne zu bekommen, ist sehr subjektiv, da ich die geäußerten Gedanken nicht nur zu ca. 90 % teile, sondern in Vorträgen selbst propagiere. Und trotzdem war die Lektüre auch für mich spannend, denn durch die Andreas Popp eigene Erzählweise, fast identisch mit seinen Vorträgen, bekommt man immer wieder neue Anregungen.
Mit seinen 180 Seiten geht das Buch nicht in die Tiefe, kann es auch nicht und das ist hier ein Vorteil. Ein alter Grieche namens
Aristophanes sagte einmal: "Menschen bilden, bedeutet nicht, ein Gefäß zu füllen, sondern ein Feuer zu entfachen". Wenn Andreas Popp mit dem Buch etwas gelungen ist, dann das. Dieses Buch macht für Interessierte mit Sicherheit Appetit auf mehr, wird Aktivitäten auslösen, das eine oder andere zu vertiefen oder zu überprüfen. Gleichwohl schafft es einem interessierten Laien einen kurzweiligen Einstieg in eine Materie, bei der er sich immer wieder wundern wird, warum er diese Zusammenhänge so von seinem Versicherungsvertreter, Banker oder Bausparkassenberater noch nicht gehört hat. Viel Vergnügen bei der Lektüre.
Andreas Clauss