Wie man meiner Rezension zu "Fettes", dem "blauen Album", entnehmen kann, halte ich es für eine richtig starke Platte aus dem Hause Fettes Brot Schallplatten. Gleiches muss man ohne Umschweife auch über "Brot", den orangenen Zwillingsbruder des ersten Teils festhalten.
Würde man mich also fragen, ob ich auf der blauen oder der orangenen Seite stehe, so müsste ich wohl antworten: Auf Beiden! Denn ebenso wie auf "Fettes" finden sich auch auf "Brot" einige unverzichtbare Tracks für den Fan und unentdeckte Schätze für den Neuhörer. Vom Superhit "Bettina", die im Gewand der grandiosen Band Superpunk noch einmal besser aussieht, über ältere Stücke wie "Ich Hasse Das" oder "Können Diese Augen Lügen?", das mit einer unglaublich guten Improvisation glänzt, bis hin zum oft gescholtenen und doch heiß geliebten "Nordisch By Nature", das sogar ein eigenes Intro auf die Melodie von Sinatras "My Way" - Achtung, Gänsehautalarm! - verpasst bekommen hat, ist wirklich alles vertreten, was auf "Fettes" noch fehlt.
Was im Vergleich zu "Fettes" allerdings auffällt, ist wohl der Fakt, dass sich auf "Brot" weniger langsame oder traurige Stücke finden als auf dem kongenialen blauen Partner. Für eine flotte Autofahrt empfehle ich also, "Brot" einzulegen, Nummern wie "Lauterbach" oder "Die Meisten Meiner Feinde" gehen einfach nach vorne und verbreiten unheimlich gute Laune!