Mir ist dieses Brotbackbuch eher per Zufall in die Hände geraten, als ich eigentlich etwas ganz Anderes suchte.
Umso erfreuter bin ich über diesen Schatz im Buchformat.
Die Autorin hat es geschafft, ein wirklich gutes Brotbackbuch zu schreiben, das weder überkreativ noch dogmatisch ist.
Ich habe schon ein paar Rezepte ausprobiert und dabei festgestellt, dass die Mengenangaben im Gegensatz zu vielen anderen Backbüchern korrekt sind und die Brote auch tatsächlich gelingen.
Es sind viele ganz schlichte, traditionelle und regionale Brot- und Brötchensorten im Buch zu finden, die ich zum Teil noch aus meiner Kindheit kenne und die mittlerweile doch zu Unrecht etwas unmodern geworden sind. Dabei beschränkt es sich aber weitgehend auf deutsche Rezepte.
Das Buch enhält KEINE italienischen oder fanzösischen Brotvarianten.
Dazu finden sich im hinteren Teil des Buches noch einige Varianten für süße Brote und Brötchen, die vielen Lesern auch noch von früher bekannt sein dürften.
Hier gibt es zwar kein Rezepte für hippe "Super-Malz-Zehnkorn-Koffein-Power-Brote", dafür jede Menge Brot, wie es unsere Großmütter gebacken haben und zu vielen Rezepten auch kleine persönliche Anmerkungen zum Namen oder der Herkunft (z.B. wenn das Rezept von einem Familienmitglied stammt oder von Freunden übernommen wurde).
Die Fotos sind sehr ansprechend und bewußt in einem "erdigen" und traditionellen Stil gehalten, der Lust auf Einfachheit weckt. Die ganze Aufmachung ist schlicht gelungen und voll schöner kleiner Ideen wie z.B. Rezepten in Form alter maschinenbeschriebener Seiten oder antiker Gegenstände auf den Abbildungen.
Dabei ist das Buch sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene sehr gut geeignet- Es gibt Anmerkungen zum Brauchtum und mehrere Seiten mit Anleitungen zum Backen mit Hefe, Sauerteig, eine kleine Getreidekunde, ENDLICH mal eine Auflistung der verschiedenen Mehl-Typen und eine kleine Liste mit Nothilfen, wenn der Teig nicht gelingt oder irgendetwas im Backofen schief geht. Zusätzlich gibt es kleine Tipps zu jedem Rezept.
Für grundsätzliche Vorgänge wie Zubereitung des Hefeteigs gibt es auch Foto-Bilderkurse.
Viele Rezepte sind entweder ganz oder teilweise mit Vollkorn.
Zu einigen speziellen Broten gibt es auch alte Familien-Rezepte für Gerichte, die aus den Brotresten zubereitet werden können.
Ein paar der Zutaten (z.B. Erdmandeln) sind nicht ganz so einfach zu bekommen, aber sie sind entschieden in der Minderzahl und fallen nicht groß ins Gewicht.
Die Autorin hat darauf geachtet, dass die Rezepte einfach nachzumachen sind. Sie bemüht sich auch, Ersatz oder Bezugsquellen für ungewöhnliche Zutaten zu nennen.
Inhalt:
1. Brote aus Hefe und Sauerteig
- Dreikornbrot
- Holsteinisches Feinbrot
- Hirsebrot
- Rustikales Schrotbrot
- Rezept für Brotpudding mit Weinschaumcreme (Verwertung von Schrotbrotresten)
- Tontopfbrot
- Kommissbrot
- Buttermilchbrot
- Speckbrot
- Krustenbrot
- Kastenweißbrot
- Stockbrot
- Weizenmischbrot
- Kürbiskernbrot
- Leinsamenbrot
- Fränkisches Bauernbrot
- Altdeutsches Roggenbrot
- Kartoffelbrot
- Heidebrot
- Rezept für Brotknödel aus Resten des Heidebrotes)
- Friesisches Schwarzbrot
- Karottenbrot
- Mehrkornbrot
- Grahambrot
- Kümmel-Bier-Brot
- Gewürzsauerteigbrot
- Rezept für polnische Brotsuppe aus Resten vom Gewürzsauerteigbrot)
2. Brötchen und Kleingebäck
- Berliner Schusterjungen (Kümmelbrötchen)
- Röggelchen
- Zwiebelbrötchen
- Kümmelstangen
- Wasserwecken
- Quarkbrötchen
- Laugenbrezeln
- Kleine Geschichte zur Entstehung der Brezel
- Schwäbische Seelen (Brotstangen)
- Vintschgauer (Fladenbrot)
- Mohnbrötchen
3. Süße Brote und Brötchen
- Sonntagsstuten
- Saftiges Früchtebrot
- Apfelbrot
- Schweizer Birnbrot
- Honigbrot
- Osterzopf mit Rosinen und Mandeln
- Rezept für Arme Ritter
- Rosinenbrötchen
- Weckmänner
- Butterhörnchen
- Müslibrötchen
- Franzbrötchen