Wenn es das Ziel war, gut betuchte Firmenbesitzer in Amerika von der Notwendigkeit einer Broschüre
zu überzeugen, so ist das wohl gelungen. Europäer, welche sich mit dem Thema "Broschüren" näher
befassen wollen, Ideen suchen, gehen leer aus.
Allein die Gestaltung des Umschlages mit der Lochung und den verschiedenen teuren Papiersorten muß
Unsummen verschlungen haben. Klar bleibt da für das eigentliche Buch, für den eigentlichen Inhalt
kaum noch Geld, folglich muß der Inhalt ordentlich gestreckt werden - genau das wurde hier getan.
Das Buch plustert sich fürchterlich auf, ohne wirklich etwas zu sagen zu haben - eben typisch für
den amerikanischen Markt. All die Beispiele, aus denen man zumindest in Fragmenten die eine oder
andere Idee erhaschen kann (und dabei noch ein schlechtes Gewissen haben muß) sind in keinster Weise
repräsentativ. Denn die Hersteller von Besteck z.B. oder die Verkäufer von Eigentumswohnungen haben
sowieso genügend Geld um sich die besten Agenturen mit den originellsten Idee leisten zu können.
Folglich braucht dann selbst diese Klientel dieses Buch nicht: sie gehen direkt zur Agentur.
Allein auf 6 Seiten wird darüber schwadroniert, wie man eine Ideenblockade beseitigen kann: indem
man Baseballcape, Sonnenbrille und seine Zahnstocher vor sich auf den Schreibtisch packt. Danke !
Dann wird seitenlang darüber berichtet, wie eine Agentur für einen Kunden Streichhölzer mit blauem Kopf
zu besorgen hatte. Es stellte sich als schwierig und teuer heraus. Doch zum Glück war der Agentur-Chef
chinesisch Essen, natürlich in einem teuren New Yorker Nobelrestaurant, natürlich mit einem Edel-
kristallglas in dem EVIAN-Wasser sprudelte dabei: dort fand er jene Streichhölzer als Kneipen-Werbung,
welche genau den richtigen Blauton (Kopf des Streichholzes) hatten, er nahm sie sich also von dort mit.
Toll ! Jetzt wird noch seitenlang darüber schwadroniert, sozusagen sich entschuldigend, dass der Agentur-
chef letztlich ja auch nicht mehr Streichhölzer hat mitghehen lassen, wie jeder andere normale Gast.
Allein 4 Seiten befassen sich mit einer zugegebenermaßen schönen Saison-Programm-Broschüre eines
New Yorker Theaters, welche aber auch nicht repräsentativ ist. Immerhin kann man dort erfahren, dass jene
Schauspielerin, welche gerade in der 7. Staffel der Serie "24" die Präsidentin spielt, demnächst auch
an jenem Theater gastieren wird.
Super das zu wissen! Aber dafür hatte ich mir kein Buch über Broschüren gekauft.