Was haben Portugal.The Man, Sunrise Avenue und eben jene SSLYBY gemeinsam? Sie alle setzten alles auf eine Karte - und gewannen.
"Broom" ist der Erstling der Band aus Springfield, Missouri, welches auch noch aus eigener Tasche finanzierten wurde. Nach guten Kritiken und einigen kleinen Auftritten in den USA, wurde Polyvinyl Records schließlich auf die Indie-Youngsters aufmerksam und öffneten ihnen somit die Türen nach Europa.
Der Bandname um den russischen Ex-Staatspräsidenten Boris Jelzin hat im Übrigen keinen Einfluss auf die Musik und war eine Spontanidee von Sänger Philip Dickey.
Das, was die Band fabriziert, ist butterweicher Indie-Rock. Referenzen, nur bedingt, wären hier The Shins; Loney, Dear oder auch ältere Built to Spill.
Eingängige Melodien und zurückhaltener Gesang, als hätte Sänger Philip Dickey Angst davor, die Kontrolle über seinen Schließmuskel zu verlieren.
Das perfekte Gute-Laune-Album, für einen sonnigen Strandnachmittag.
"Pangea" könnte sogar ein schüchterner Beatles-Song sein.
Den Höhepunkt findet das Album mit "Anne Elephant". Ein astreiner Indie-Hit, der sich langsam steigert, über psychotischen Schwelgpassagen bis hin zum sehnsüchtig erwartetem, sich letztmalig wiederholendem Refrain. Das ist übrigens auch der einzige Song, wo Sänger Dickey mal seine schüchterne Haut verlässt. War es doch die berüchtigte Wäscheklammer am Hodensack, die seine Stimmbänder bis kurz vor der Ohnmacht strapazierten.
Sommer-Hit-Album, mit Freiraum nach oben.
8/10