Werner Waldmann schafft es in seiner Biographie der Schwestern Brontë nicht nur ein einfühlsames Werk über Leben und Charakter der drei Schwestern Charlotte, Emily und Anne zu zeichnen, sondern auch das Wesen der damaligen Zeit sehr gut einzufangen. Dabei lernen wir ebenso die Eltern Maria und Patrick Brontë sowie die Tante Elizabeth Branwell kennen, nehmen aber auch Anteil am Leben der übrigen Geschwister Maria, Elizabeth und Branwell.
Der Autor versteht es sehr gut das Porträt der drei Schwestern zum Leben zu erwecken und so spannend zu erzählen, dass man als Leser geradezu gebannt ist, von dem Leben der Brontës, das gespickt ist von literarischem Schaffen, dem Bund der Familie, dem zurückgezogenen Leben im Pfarrhaus von Haworth und allerlei Entbehrungen und Rückschlägen.
Dem Leser wird hier schnell klar: die Brontës sind keine normale Familie. Sie sind menschenscheu, kränkeln oft und fühlen sich nur in der Zurückgezogenheit einigermaßen wohl. Doch sie sind auch Künstler: Lyriker, Romanautoren und Maler. Eine Familie, die bereits in den vergangenen Jahren viele Menschen beschäftigt hat und es auch heute noch tut.
Werner Waldmanns kleine Biographie liefert einen guten Einblick und vermag auch anhand von Tagebuchaufzeichnungen und Briefen das Wesen der Schwestern sehr gut einzufangen. Hier werden die Werke der Brontës nicht großflächig interpretiert - und das muss auch gar nicht sein. Der Autor gibt, mehr nebenbei, eine kurze Zusammenfassung der Romane und versucht daraus auch Linien zum Leben der Frauen zu ziehen.
Dabei schafft es Waldmann den Leser anzuregen, ihn gefangen zu nehmen, dass er am Ende gar nicht anders kann als sich noch mehr mit den Brontës und ihren Romanen auseinanderzusetzen. Er schafft echtes Interesse; und bietet mit seiner Biographie somit eher eine Art Einstieg an.