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Bronsteins Kinder. SZ-Bibliothek Band 45
 
 
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Bronsteins Kinder. SZ-Bibliothek Band 45 [Gebundene Ausgabe]

Jurek Becker
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Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 249 Seiten
  • Verlag: Süddeutsche Zeitung / Bibliothek; Auflage: 1 (22. Januar 2005)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3937793445
  • ISBN-13: 978-3937793443
  • Größe und/oder Gewicht: 20,8 x 12,8 x 2,4 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 3.7 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (22 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 205.416 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

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Kurzbeschreibung

Damals, 1973, lebte Hans zusammen mit seinem Vater. Mit Martha, der Frau, die er liebte, fuhr er häufig zu dem Häuschen des Vaters vor der Stadt. Eines Tages fand Hans das Haus besetzt. Dies war der Beginn einer Geschichte, die sein Leben veränderte: In dem Haus wurde ein Mann gefangengehalten. Der Vater und zwei seiner Freunde hatten herausgefunden, daß er Lageraufseher während des Krieges war. Nun verhörten sie ihn, schlugen ihn. Sie, die Überlebenden, glaubten eine Legitimation für ihr Handeln zu besitzen, wie sie nur Opfern zusteht. Hans ist zum Mitwisser geworden, und der Vater hielt ihn, weil er das Vorgehen mißbilligte, für einen Feind. Jetzt, ein Jahr später, lebt der Vater nicht mehr. Hans wohnt inzwischen bei Martha, aber die Liebe ist erloschen. Er will nicht bleiben und weiß nicht, wohin. Um die Geschichte vom vergangenen Jahr, von der Entführung des Aufsehers und vom Tod seines Vaters, vergessen zu können, erzählt er sie.

Über den Autor

Jurek Becker, geb. am 30. September 1937 in Lódz (Polen), wuchs im Ghetto auf und wurde später mit seiner Mutter in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen inhaftiert. Seine Mutter starb kurz nach der Befreiung, seinen Vater, der nach Auschwitz deportiert worden war, fand er nach Kriegsende mithilfe einer Suchorganisation wieder. 1945 zog er gemeinsam mit ihm nach Ost-Berlin. Sein erster Roman Jakob der Lügner (1969) wurde über die Grenzen der DDR hinaus bekannt. Als Becker 1976 gegen den Ausschluss Rainer Kunzes aus dem Schriftstellerverband der DDR und gegen die Ausbürgerung Wolf Biermanns protestierte, wurde er selbst aus der SED und dem Schriftstellerverband ausgeschlossen. Ein Jahr später verließ er die DDR. Großen Erfolg hat er in der Bundesrepublik mit seinen Drehbüchern für die Erfolgsserie 'Liebling Kreuzberg'. Jurek Becker starb am 14. März 1997 in Sieseby, Schleswig-Holstein.ek Becker starb am 14. März 1997 in Sieseby, Schleswig-Holstein.

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Die hilfreichsten Kundenrezensionen
20 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von Stefan
Format:Gebundene Ausgabe
Es gibt sehr viele Gründe, dieses Buch zu lesen. Die Sprache ist sehr genau, jedes Wort, jede Pointe passt. Dabei wirkt dies alles wie selbstverständlich und leicht, die Geschichte ist einfach gut erzählt.

Im Kern geht es um die Frage: wie soll man selber mit der NS-Vergangenheit leben? Und konkreter: wie geht das, wenn man zur deutschen Nachkriegsgeneration gehört und zugleich zur jüdischen? Erzählt wird die Geschichte von Hans, einem Abiturienten in Ost-Berlin Anfang der 70er Jahre. Hans ist seit einem Jahr Vollwaise, die Mutter ist schon sehr früh nach seiner Geburt gestorben.

Der Tod des Vaters aber ist der Wendepunkt in Hans' Leben. Erzählt wird im Rückblick, wie es zu diesem tragischen Ereignis kommen konnte. Hans lebte mit seinem Vater allein. Beide entfremdeten sich zunehmend, als der Vater - als - jüdisches- sog. Opfer des Antifaschismus" in der DDR zwar privilegiert, aber nie angenommen gemeinsam mit zwei Freunden, die die gleiche Biographie mit ihm teilen, eher zufällig auf einen früheren Lagerwärter stossen. Die Drei entführen ihn in das Wochenendhäuschen des Vaters und halten ihn dort mit Verhören fest, ohne recht zu wissen, mit welchem Ziel. Hans wird zum Zeugen und gerät zunehmend mit seinem Vater in Gegnerschaft, weil er das sichere Gefühl hat, das die Erwachsenen kein Recht für ihr Handeln haben.

In der gewissen Leere nach seinem Abitur hat Hans bei der Suche nach eigener Identität ein besonderes Problem: er will nicht zum Juden gemacht werden, der immer Opfer des Faschismus bleibt. Damit entfremdet er sich zunehmend auch von seiner Freundin, die als Jüdin aufgrund ihres typischen" Aussehens als Statistin bei einem Film mitwirken darf und keinerlei Problembewusstsein hat. Und dann ist da noch die sehr viel ältere Schwester, die in einem Heim für psychisch Kranke dahin dämmert, aber auch eine eigene Geschichte hat...

Die Geschichte soll nicht zu Ende erzählt werden, aber sie endet tragisch. Ein Buch, über das ich viel nachgedacht habe.
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7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Opfer als Täter 31. März 2001
Von Ein Kunde
Format:Taschenbuch
Jurek Becker gelingt es auch in diesem Roman wieder, Hauptpersonen zu präsentieren, die sich dem Leser nicht anbiedern und nicht unbedingt zu großen Sympathieträgern avancieren. Gerade dadurch setzt sich der Roman von vielen anderen Werken der zeitgenössischen Literatur ab. Beckers direkte, teilweise sehr ironische und oftmals entlarvende Sprache ist zwar meist sehr tiefgründig, jedoch leicht zu lesen. Die verschiedenen Themen dieses Romans, wie der Vater-Sohn-Konflikt, die Situation der Opfer des Faschismus, die hier zu Tätern werden und die schwierige Situation deren Nachkommen machen das Buch zu einer intelligenten und zum Nachdenken anregenden Lektüre.
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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Genial... 15. Juli 2003
Von "vxlf"
Format:Taschenbuch
Nun, meine Freundin "müsste" dieses Buch in der Schule ( 11. Klasse ) lesen, ich bekam es in meine Finger und verschlang es am selben Tag... Ich las davor Franz Kafka "Der Prozess", dachte also, dass kein Buch besser sein kann - Kann es auch nicht. Aber "Bronsteins Kinder" kann durchaus mitthalten. Es behandelt die Thematik, der Juden im Nachkriegsdeutschland von einem etwas anderen Blickwinkel wie ich finde. Das Opfer wird zum Täter. Jedoch kommt man ständig ins Zweifeln bei diesem Buch, was richtig und was falsch ist. Die Charaktäre wirken sehr gut aufeinander ein, die Kapitel sind genial eingeteilt ( auch wenn es am Anfang verwirrend ist ), die Spannung baut sich mehr und mehr auf, wie ich es selten erlebt habe...

EIN MUSS !

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