Das war dann 1979 die große musikalische Wiedergeburt der ehem. Stones-Muse. Unter tatkräftiger Mithilfe von Steve Winwood, der hier schon ein paar wunderbare Synthteppiche ausbreitet (er probierte hier wohl schon einiges für seine Soloplatten ab ,Arc Of A Diver' aus), präsentiert sich die chanteuse hier als düstere New Wave Lady. Die Produktion als Gesamtes war damals durchaus wegweisend und klingt auch heute noch sehr zeitgemäß und völlig unpeinlich. Die Songs sind gut bis mittelprächtig, allerdings ist auch kein Ausfall zu verzeichnen.
Bemerkenswert wie hier sogar der Blues von ,Brain Drain' ein New Wave Anstrich bekommt und sich das sehr gut ausgeht. ,Lucy Jordan' sollte ihr zweitgrößter Hit nach ,As Tears Go By' werden und trotz der etwas pienlichen Lyrics ist das ein sehr guter song; und Lennon's ,Working Class Hero' bringt Sie trotz des recht kalten musikalischen Untergrunds unglaublich emotional und verzweifelt rüber. Achja, und dann ist da noch der closer ,Why'd Ya Do It', der sowohl was den Gesang, als auch das Arrangement und den Rhythmus angeht der beste Grace Jones track ist, den die nie gesungen hat. Klingt aber so was von Sly & Robbie-mäßig, daß man meint er wäre während der compass point sessions von Jones in den frühen 80ern entstanden, dabei waren diese Herren daran gar nicht daran beteiligt, sehr typisch für die Island Pop Produktionen der Jahre 79-84.
Ein gutes Album, das ein wenig Zeit braucht um sich festzusetzen und ihre brüchige Stimme ist etwas gewöhnungsbedürftig, aber den Test der Zeit hat diese Scheibe sehr gut bestanden hat. Macht sich gut im Verbund mit den späten Roxy Music Platten.