Gebraucht kaufen
Gebraucht - Sehr gut Informationen anzeigen
Preis: EUR 4,76

oder
Loggen Sie sich ein, um 1-Click® einzuschalten.
 
   
Möchten Sie verkaufen? Hier verkaufen
Bro
 
Größeres Bild
 
Den Verlag informieren!
Ich möchte dieses Buch auf dem Kindle lesen.

Sie haben keinen Kindle? Hier kaufen oder eine gratis Kindle Lese-App herunterladen.

Bro [Gebundene Ausgabe]

Vladimir Sorokin , Andreas Tretner
4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)

Erhältlich bei diesen Anbietern.


Weitere Ausgaben

Amazon-Preis Neu ab Gebraucht ab
Gebundene Ausgabe --  
Broschiert EUR 9,90  

Kunden, die diesen Artikel gekauft haben, kauften auch


Produktinformation

  • Gebundene Ausgabe: 343 Seiten
  • Verlag: Berlin Verlag; Auflage: 1., Aufl. (6. März 2006)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3827006104
  • ISBN-13: 978-3827006103
  • Größe und/oder Gewicht: 20,6 x 13,2 x 3 cm
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.5 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (2 Kundenrezensionen)
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 498.823 in Bücher (Siehe Top 100 in Bücher)

Mehr über den Autor

Vladimir G. Sorokin
Entdecken Sie Bücher, lesen Sie über Autoren und mehr

Besuchen Sie die Seite von Vladimir G. Sorokin auf Amazon

Produktbeschreibungen

kulturnews.de

Sinnsuche vs. Verlorenheit in der Moderne waren schon immer zentrale Sujets in Sorokins Romanen. In „Ljod", dem ersten Teil seiner Eis-Trilogie, widmete sich der russische Autor ausschließlich diesem Thema. Die Fortsetzung heißt „Bro". War „Ljod" formal und stilistisch äußerst disparat konstruiert und von Zeitsprüngen gekennzeichnet, so schildert „Bro" erstaunlich linear das Leben des Sektengründers Bro, der sich 1928 daran macht, alle 23 000 Menschen göttlichen Ursprungs mit einem Eishammer „wachzuklopfen". Schnell findet er Brüder in hohen politischen und geheimdienstlichen Positionen und festigt so die Position der Sekte in Stalins Sowjetunion und später in Hitlers Nazi-Deutschland. Je weiter er in seine neue Rolle hineinwächst, desto weniger nimmt er er andere Menschen als Subjekte wahr. Wer nicht zur Sekte gehört, ist ein hohler Mensch, eine Fleischmaschine. Die Erweckten hingegen achten das Leben der Tiere und ernähren sich nur noch von Rohkost. Was diesen Roman so gut macht, ist Sorokinis Gratwanderung: Moralische Wertung nimmt er nicht vor. Die Suche der Sekte nach Erlösung behält ihre Berechtigung. Trotz aller Brutalität, mit der die Brüder und Schwestern zu Werke gehen, gibt der Roman der Sinnsuche des Menschen Raum und damit zwangsläufig auch seiner Verlorenheit in der Moderne. Sorokin weist keinen Weg aus dem Dilemma, und das macht seinen Roman erst gut. (jw)

Pressestimmen

"Vladimir Sorokin ist wahrscheinlich der einzige lebende russische Autor, der als Klassiker bezeichnet werden kann." (The Moscow Times)

Welche anderen Artikel kaufen Kunden, nachdem sie diesen Artikel angesehen haben?


Vorgeschlagene Tags zu ähnlichen Produkten

 (Was ist das?)
Setzen Sie den ersten relevanten Tag hinzu (ein Schlüsselwort, das mit diesem Produkt in engem Zusammenhang steht).
 
(9)

 

Eine digitale Version dieses Buchs im Kindle-Shop verkaufen

Wenn Sie ein Verleger oder Autor sind und die digitalen Rechte an einem Buch haben, können Sie die digitale Version des Buchs in unserem Kindle-Shop verkaufen. Weitere Informationen

Kundenrezensionen

3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Sterne
0
Die hilfreichsten Kundenrezensionen
11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Format:Gebundene Ausgabe
Die Eisheiligen

Wie viele Erwählte wird es am Tag des jüngsten Gerichts wirklich geben? Möglicherweise 144.000, einer Zahl, von der die Zeugen Jehovas restlos überzeugt sind. Oder ist die Anzahl variabel und umschließt alle Diejenigen, die es sich aus ganzem Herzen wünschen – und sich dementsprechend verhalten haben? Laut Vladimir Sorokins neuestem Roman „Bro“ beträgt die Zahl der Erwählten genau 23.000, denn dereinst wurde das aus 23.000 Strahlen bestehende Ursprüngliche Licht gebrochen und fiel auf die Erde. Dort manifestiert es sich in eben so vielen Menschen, die allerdings nichts von ihrer Berufung wissen und deren einzige, wenn auch rein äußerliche, Gemeinsamkeit in blauen Augen und blonden Haaren besteht. Die „Erleuchtung“ der Unwissenden ist denkbar simpel wie brutal und schmerzhaft: man hämmert ihnen unter Aufbietung aller Kraft mit einem Hammer, dessen Kopf aus Eis besteht, auf den Brustkorb, bis sich das Herz des Auserwählten öffnet.

Dabei darf es sich jedoch nicht um irgendein Eis handeln, sondern es muss von dem in Sibirien, am 30.03.1908 nahe dem Fluss Tunguska eingeschlagenen, interstellaren Eisbrocken stammen. Diese ganzen Zusammenhänge werden dem am gleichen Tag geborenen Studenten Alexander Snegirjow in einem Erweckungserlebnis offenbart, als er 1928 mit einer Expedition die Einschlagstelle aufsucht. Wie von einem Magneten wird er von einem See angezogen. Er schwimmt hinaus (Reinigt und Läutert sich mittels des Bades) und entdeckt als einziger den Standort des Eismeteors, hört eine innere, wie in Herzschlägen pulsierende Stimme, die ihm seinen neuen Namen gibt: BRO.

Nun macht sich Bro auf den Weg, um diese 23.000 verlorenen Seelen zu finden, zu erwecken und zu vereinigen. Sorokin erzählt von der abenteuerlichen Suche Bros, seinen Rückschlägen aber auch von der inneren Befriedigung, die ihn und seine neuen Gefährten erfüllt, wenn wieder ein Auserwählter gefunden werden konnte. Dabei dienen ihm die erzählten Lebensläufe als Vexierbild für die im Hintergrund mitlaufende Geschichte Russlands, berichtet über Krieg, Revolution, Stalins Gulags. Dergestalt vorbereitet erstaunt es den Leser nicht besonders, dass es von Stalins Gewaltherrschaft 1931 nach Deutschland geht – wo findet man sonst gehäuft blonde und blauäugige Eleven.

Hammerharte Initialisierungsriten einer Sekte

Utopien erfreuen sich gerade in unsicheren Zeiten gesteigerter Beliebtheit. Geht man von dem derzeitigen literarischen Output bei Autoren von Weltrang aus, scheint es so, als lebten wir in einer solchen. Als Beispiele seien hier Philip Roths „Verschwörung gegen Amerika“, Doris Lessings „Die Geschichte von General Dann“ und Michel Houllebecques „Die Möglichkeit einer Insel“ angeführt. Auch Sorokin vermittelt ein Bild der besten aller Welten, doch kann man seine literarischen Mittel durchaus als bedenklich bewerten. Unbestritten die literarischen Qualitäten des russischen Autors, doch Bedarf ein Literat derart drastischer Ausdruckmittel, um ein Publikum zu bekommen? Stellenweise lesen sich seine Werke wie eine Mischung aus Jean-Christophe Grangé und Tolstoi, wobei die Mengenanteile wechselseitig schwanken. Man kann den Roman natürlich auch als logische Konsequenz und Gegenbewegung zur etablierten Hochliteratur betrachten, denn die Qualitäten des Romans sind unbestreitbar: Die Figuren sind vielschichtig, die Weltanschauung sowie die Abwertung Andersdenkender durchdacht und glaubhaft, die Lebensläufe als Analogie zur geschichtlichen Entwicklung perfekt eingepasst, und doch … fragt man sich, ist das nötig? Ist das aufrüttelnde Provokation oder kalkuliertes Enfant terrible-Gehabe, der Versuch, sich als russischer Houllebecque zu etablieren? Nötig hat Sorokin das nicht, denn sein Roman zählt unbestreitbar zu einem der herausragenden literarischen Neuerscheinungen des Frühjahrs 2006. Tröstlich ist nur, dass „Bro“ schon nicht mehr ganz so sehr in krassen Bildern schwelgt wie der Vorgänger und das Sorokins Bilder so erschüttern, liegt eben daran, dass sein Schreibstil sehr plastisch und eindringlich ist. Was bleibt, ist die Hoffnung auf eine weitere kleine Änderung im nächsten Roman, denn die Hoffnung stirbt zuletzt.

War diese Rezension für Sie hilfreich?
1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
Von NN TOP 1000 REZENSENT
Format:Broschiert
Sorokins "Bro" lebt über die Geschichte, nicht über Stil und Konstruktion. Artistisch stellt er überraschend geringe Ansprüche; die geradlinige, einsträngige, in der ersten Person erzählte Handlung ist es, worauf es ihm ankam. (Kein Wunder, dass sein Held sich von Dostojewski lossagt). Von einem fast schon als modernen Klassiker betitelten Autoren, einem "Postmodernen" zudem, erwartet man das nicht zwangsläufig.

Es mangelt diesem Buch an sprachlichem und konstruktivem Volumen ... und doch verdient es höchstes Lob. Denn was Sorokin zu sagen hat, ist eminent wichtig und phasenweise atemberaubend spannend, und das obwohl die ersten 100 Seiten wenig zur Gesamtaussage beitragen und auch obwohl die letzten 50 Seiten oft zu repetitiv und historisch allzu verkürzt sind. Hätte Sorokin sich etwas mehr Zeit gelassen, so mag man glauben, ihm hätte ein Jahrhundertroman gelingen können.

Der Eiskern der Erzählung jedenfalls hat Bestand. In ihm gelingt Sorokin eine tiefgreifende psychomotorische Beschreibung des Religiositätsphänomens, insbesondere in Form der "frühen Gemeinde", der sogenannten "Häretiker" oder "Sekten". Durch den angenommenen Blick von außen, das gesellschaftliche Außerhalb-Stehen des Helden, werden die Absurditäten des modernen Lebens, seine existentielle Leere knallhart dargestellt, durch die schier phantastische Situation und lebensweltliche Distanz des Erzählers indessen soweit reflexiv und ironisch abgefedert, dass eine faszinierende, nahezu unauflösbare Spannung, zwischen Realität und Fiktion entsteht. Da gibt es rauschhafte Lesezustände! Und nicht zuletzt gelingt ihm eine erwägenswerte Charakteristik des stalinistischen Russland, die sowohl den sozialistischen als auch den solshenyzinschen Realismus persifliert. Vor allem aber - das kann man nicht stark genug betonen - schafft er erschreckend eindrückliche Bilder, die lange bleiben, die "etwas ahnen lassen", die beunruhigen.
Band 2 der Trilogie LJOD. Das Eis wird fast zur Pflicht.
War diese Rezension für Sie hilfreich?
Kundenrezensionen suchen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen

Kunden diskutieren

Das Forum zu diesem Produkt
Diskussion Antworten Jüngster Beitrag
Noch keine Diskussionen

Fragen stellen, Meinungen austauschen, Einblicke gewinnen
Neue Diskussion starten
Thema:
Erster Beitrag:
Eingabe des Log-ins
 


Aktive Diskussionen in ähnlichen Foren
Kundendiskussionen durchsuchen
Alle Amazon-Diskussionen durchsuchen
   
Ähnliche Foren


Lieblingslisten


Ähnliche Artikel finden


Anhand des Sachgebietes nach ähnlichen Produkten suchen:










Das bedeutet, jeder Titel/Artikel muss zu Sachgebiet 1 UND zu Sachgebiet 2 UND... gehören.

Ihr Kommentar