Benjamin Brittens War Requiem, mit dem 1962 die im 2. Weltkrieg zerstörte Kathedrale von Coventry wiedereingeweiht wurde, zählt als eindringliche Friedensmahnung zu den bewegendsten und beeindruckendsten musikalischen Werken des 20. Jahrhunderts. Die damals entstandene Aufnahme mit Britten selbst am Dirigentenpult gilt als Klassiker.
Hier haben sich nun Kurt Masur und das New York Philharmonic Orchestra dieses Opus angenommen. Herausgekommen ist dabei eine wirkungsvolle Interpretation; Chöre und Instrumentalisten bringen eine sehr gute Leistung, den dramatischen wie den leisen Momenten wird der richtige Ausdruck verliehen. Stark auch Thomas Hampson.
Ein rundes Bild also? Fast - zwei Einschränkungen würde ich machen: da es sich hier um eine Live-Aufnahme handelt, kommt das eine oder andere Detail des Werkes nicht ganz so transparent zu Gehör, wie man sich das wünschen würde. Vielleicht trägt das zum Eindruck bei, dass es dieser Einspielung am letzten Quäntchen an aufwühlender Intensität, die dieses Werk auszeichnet, fehlt. Zum anderen erscheint mir die Darbietung der Sopranistin Carol Vaness an manchen Stellen etwas zu opernhaft, dramatisch, exaltiert.