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Britten, Benjamin - Death in Venice
 
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Britten, Benjamin - Death in Venice

Robert Tear    Freigegeben ohne Altersbeschränkung   DVD
4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
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Produktinformation

  • Darsteller: Robert Tear
  • Format: Classical, PAL
  • Sprache: Englisch
  • Untertitel: Deutsch, Französisch, Spanisch
  • Region: Region 2
  • Bildseitenformat: 4:3 - 1.33:1
  • Anzahl Disks: 1
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Studio: Naxos Deutschland GmbH
  • Erscheinungstermin: 19. März 2001
  • Produktionsjahr: 1989
  • Spieldauer: 138 Minuten
  • Durchschnittliche Kundenbewertung: 4.0 von 5 Sternen  Alle Rezensionen anzeigen (1 Kundenrezension)
  • ASIN: B00005B0ET
  • Amazon Bestseller-Rang: Nr. 63.300 in Filme & TV (Siehe Top 100 in Filme & TV)

Rezensionen

Aus der Amazon.de-Redaktion

In der 1912 veröffentlichten Novelle Tod in Venedig schildert Thomas Mann die Nöte des Schriftstellers Gustav von Aschenbach, der in die italienische Stadt mit den malerischen Wasserstraßen reist, um sich von einer Phase der künstlerischen Selbstzweifel und persönlichen Probleme zu erholen. Doch auch dort kommt er nicht zur Ruhe. Er lernt den polnischen Knaben Tadzio kennen, verliebt sich in ihn und findet wegen der verbotenen Liebe weiterhin keinen Frieden. Tadzio verkörpert für Aschenbach das Ideal der Schönheit, nach dem er lang gesucht hat, doch ihm und dem Jungen ist keine gemeinsame Zukunft beschieden: Eine Choleraseuche sucht Venedig heim und führt letztlich zum Tod des Protagonisten.

1970 hat Luchino Visconti diese Erzählung kongenial verfilmt, drei Jahre später bearbeitete Benjamin Britten (1913–1976) sie genauso exzellent für die Musiktheaterbühne. In seiner Oper in zwei Akten Death In Venice, die 1973 beim "Aldeburgh Festival" in Snape (Suffolk) seine Weltpremiere und 1974 die deutsche Erstaufführung in Berlin erlebte, hat der englische Komponist Thomas Manns Tragödienstoff mit bis heute sehr modern wirkenden musikalischen Mitteln vertont. Brittens neuartige Verbindung von Gesang und Tanz gibt die Geschichte einer Existenzvernichtung, den moralischen Verfall Aschenbachs, den physischen Niedergang Venedigs sowie die verzehrende Jagd nach Schönheit äußerst eindrucksvoll wieder.

Besonderes Augenmerk legte Britten, Englands einziger Opernschöpfer von Weltrang nach Barockmeister Henry Purcell, bei seiner Adaption von Myfanwy Pipers Libretto auf die homoerotische Beziehung zwischen Aschenbach und Tadzio. Kein Wunder, war er doch selbst homosexuell. Er behandelte hier direkter als in anderen Werken das Thema der gleichgeschlechtlichen Liebe. Sein langjähriger Lebensgefährte Peter Pears, der die Rolle des Gustav von Aschenbach als erster mit seinem fabelhaften Tenor ausfüllte, war stark an dieser Ausrichtung der Oper beteiligt.

Die vorliegende Fassung der Glyndebourne Touring Opera aus dem Jahre 1990 wurde von der Fachpresse völlig zu Recht bejubelt. Robert Tear (als Gustav von Aschenbach), Alan Opie (in den Rollen des Reisenden, Hoteldirektors, Gondoliere etc.) und Michael Chance (Apollo) singen die stimmgestalterisch schwierigen Solopartien ohne Fehl und Tadel. Die London Sinfonietta und der Glyndebourne Chorus sind der anspruchsvollen Partitur in jedem Augenblick gewachsen. Choreografin Martha Clarke und Regisseur Stephen Lawless sorgen dafür, dass Brittens letzte Oper auch optisch und dramaturgisch voll wirken kann. --Harald Kepler

Produktbeschreibungen

TOD IN VENEDIG

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Von Riyad Salhi TOP 1000 REZENSENT
Format:DVD
Man mag die Erzählung Manns für symbolisch überhöht, den Visconti-Film für symbolisch überdehnt halten, die Britten-Oper jedoch als Beweis gelten lassen, dass eine Bearbeitung das Original ästhetisch übertreffen kann. Man kann sie sein Vermächtnis nennen, seine persönlichste Kreation, oder auf dem Teppich bleiben: Klangsprachlich passt das nicht in die 70er, aber Britten war schon immer eine Kategorie für sich und nie Neue Musik, obgleich jünger als Cage. Musikalisch ist er noch gewiefter, tiefgründiger als sein 1945er Geniestreich "Peter Grimes". Wer hätte damals gedacht, dass dieser Stoff opernfähig ist? Die ersten zehn Minuten scheinen zunächst den Verdacht zu bestätigen, dass es da gar nichts zu bebildern gibt. Doch eines wird, sehr selten bei Opern-DVDs, offensichtlich: Robert Tear ist auch ein guter Schauspieler. Selbst bei Nahaufnahmen überzeugt er (es handelt sich um die extra für die DVD aufgenommene Version ohne Publikum) als zerrissener, zaudernder Schriftsteller, der in Venedig strandet, kleben bleibt wegen eines minderjährigen Schönlings aus Polen, sich zum Affen macht und ein Toupet zulegt, der Cholera erliegt, obwohl er es hätte besser wissen müssen. Wenig Handlung für über zwei Stunden, möchte man meinen. Trotzdem kriegt Britten das mit Bravour hin. Die Inszenierung gewinnt an Kontur, wenn Aschenbach seine erste Strandbeobachtung anstellt und Tadzio sowie andere Jugendliche - allesamt behutsam choreographiert - beobachtet, studiert. Die Partitur wechselt hier ins quasi Balinesische, gamelanartige, gewinnt tänzerische Qualitäten. Und wer hätte gedacht, dass BB mal eine Zwölftonreihe verwendet, obwohl man das praktisch nicht merkt, kein Schönberg-Sound, und das ist auch gut so. Dann wäre da noch das Serenissima-Motiv, das keiner vergessen kann, der diese Oper gehört hat. In diesem Fall auch gesehen. Aschenbachs Verführer kommt in Gestalt verschiedener Personen auf ihn zu, macht ihm erst das Reisen schmackhaft, wird zum ältlichen Geck (kennt jemand dieses Wort noch?), zum unberechenbaren Gondelfahrer, zum schmierigen Hotelier, zum allzu kundenfreundlichen Friseur. Diese Begegnungen würzen diese Geschichte ungemein, sonst hätte man es fast mit einer Mono-Oper zu tun. Das letzte Drittel hätte man - ja, das klingt jetzt sehr überheblich - eventuell, wenn dieser Einschub erlaubt ist, also wenn ich so sagen darf leicht gekürzt werden können, aber ich merke das nur am Rande an. Eine großartige Partitur, eine in den bestehenden Grenzen solide Inszenierung, zwei hervorragende Sänger, ein enigmatischer Tadzio-Tänzer (der streng genommen gar nicht tanzt, sondern turnt und rauft), all das ergibt ein stimmiges Bild und einen guten Grund, sich statt für eine CD für diese DVD zu entscheiden. Oper als unpeinliche Veranstaltung. Keine Grimassen, keine Protzigkeit. Kommt nicht allzu oft vor. Nur noch eines: Es gibt so viel nun auch nicht zu gucken. Und deshalb legt man die Scheibe vorerst ein Mal und ein zweites Mal ein. Ein dritter Durchlauf bestenfalls Jahre später. Es lohnt sich aber trotzdem.
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