Die britische Küche ist im restlichen Europa durchaus nicht gerade für Schmackhaftigkeit bekannt. In wie weit dies alles nur Vorurteile sind, darüber kann man streiten. Fest steht aber, dass das Bild, das durch Asterix und Obelix und das berühmte gekochte Wildschwein in Pfefferminzsauce, serviert mit lauwarmem Bier, vermittelt wird, der Vergangenheit angehört. Ed Baines, berühmter Fernsehkoch, tritt mit seinem Kochbuch zur neuen britischen Küche" den Beweis an.
Die Rezeptauswahl, die aus über 180 Rezepten besteht, ist bunt gemischt; gerade das macht die britische Küche auch aus, wenngleich das vielen nicht bekannt ist. Durch Wälder und das umschließende Meer gibt es sowohl viele Wild- als auch Fischgerichte, Pasteten sind traditionelle Gerichte, während Currys vor allem durch viele indische Einwanderer und die gemeinsame Vergangenheit mit Indien ihren Siegeszug durch England antraten. So fehlen weder traditionelle Gerichte wie Shepherd's Pie noch exotischere wie karibisches Hähnchencurry.
Durch diese Vielfalt hat das Buch seinen ganz eigenen Reiz, weil man nicht nur eine einzige Richtung hat, sondern viel Auswahl. Da sollte sich für jeden Geschmack etwas finden lassen. Etwas schade ist aber, dass nicht jedem Rezept ein Bild gegenüber gestellt ist. Wo ein Bild ist, macht dieses wirklich Lust auf das Nachkochen und vor allem Essen - schade, dass dieser Anreiz nicht überall gegeben wird. So bleibt einem nur, zu versuchen, sich so gut wie möglich vorzustellen, wie das fertige Gericht aussieht.
Das Buch eignet sich gut für alle, die gerne kochen. Zum einen bietet es eine immense Vielfalt an Rezepten, so dass wirklich für jeden Geschmack etwas dabei ist, zum anderen trägt es dazu bei, den Ruf der britischen Küche zu verbessern oder sogar komplett zu revidieren.