Ein düsteres schwarzes Buch - im wörtlichen Sinn, denn abgesehen von wenigen Seiten spielt die gesamte Handlung in der Nacht. Rettungssanitäter Frank Pierce ist mit wechselnden Kollegen im Notfallwagen unterwegs zu Menschen mit Herzstillstand, Junkies mit Überdosis, Verbrechensopfern. Er kann sich tagsüber nicht von dem distanzieren, was er nachts sieht; dadurch geht seine Ehe in die Brüche, er fühlt sich ausgebrannt und am Ende seiner Kraft, kurz davor zu kündigen und doch wieder in der nächsten Nacht im Rettungswagen. Leben zu retten versuchen, dabei oft zu scheitern, sind gleichzeitig sein Lebenselixier und seine Droge. Zwischen den Gestalten der Nacht, Obdachlosen, Nutten und Junkies, begegnen ihm die Geister der Menschen, die er vor dem Tod nicht bewahren konnte.
Das Buch ist wie ein Strudel, das den Leser in Franks alptraumhafte Nächte hineinzieht. Obwohl wenig durchgehende Handlung - nur die Geschichte des Patienten Patrick Burke, der nach einem Herzstillstand durch die Technik am Leben erhalten wird, und seiner Tochter Mary - entwickeln sich intensive Spannung und dichte Atmosphäre.
Viel dicker hätte das Buch nicht sein dürfen, 300 Seiten bedrückende dunkle Stimmung sind genug, und es fällt ohnehin schwer, sich aus der Beklemmung des Romans zu lösen.