"Bloody Sam" - schon zu Lebzeiten hatte Regisseur Sam Peckinpah seinen Ruf weg. Oberflächlich betrachtet mögen Filme wie "The wild Bunch" (1969), "Straw Dogs" (1971) oder "Convoy" (1978) als gewaltverherrlichende Machwerke wirken, doch wer sich mit Peckinpahs Werken intensiver beschäftigt, wird sehr schnell merken, dass hier Gewalt nicht um der Gewalt willen inszeniert, sondern vielmehr nach der Quelle; dem Auslöser gesucht wurde. Mittelpunkt der Filme bildeten dabei meistens Personen, die zwischen den Fronten stehen - buchstäblich. "Bring mir den Kopf von Alfredo Garcia" ist keine Ausnahme.
Dabei fängt der Film überraschend friedlich an: Ein junges Mädchen sitzt gedankenverloren am Fluß und streichelt zärtlich ihren Bauch - in Vorfreude auf das Leben, dass sich darunter entwickelt. Wenn da nicht ihr Vater wäre, der boshafte und skrupellose Großgrundbesitzer El Jefe, dem es nur mittels Gewalt möglich ist, den Namen des Vaters aus seiner schwangeren Tochter herauszubekommen - Alfredo Garcia!
Wutentbrannt setzt El Jefe ein Kopfgeld auf den Halunken aus. Eine Million Dollar für denjenigen, der ihm den Kopf von Alfredo Garcia bringt - und zwar nur den Kopf.
Sofort machen sich zahlreiche Gangster, Gauner und Killer auf den Weg kreuz und quer durch Mexiko. Zwei von ihnen begegnen dabei dem heruntergekommenen und desillusionierten Barpianisten Benny (genial verkörpert von Warren Oates), der in der Suche nach Garcia offenbar die Lösung für seine Probleme gefunden zu haben scheint. Gemeinsam mit seiner Verlobten, der Prostituierten Elita (Isela Vega), macht sich Benny auf den Weg. Nicht ahnend, was ihn am Ende der Reise erwarten wird ...
Wer einen Film mit klassischen Gut-Böse-Schemata erwartet, der wird enttäuscht werden. Bereits nach den ersten Minuten raubt Peckinpah dem Zuschauer die Illusion auf ein Happy End. Der Einzelkämpfer Benny mag zwar die Sympathien inne haben, doch gegen die Übermacht der menschgewordenen Bestien, die scheinbar an jeder Ecke lauern, hat selbst er im Grunde keine Chance. Doch Peckinpah stattet seinen "Helden" mit einer Erhabenheit und Würde aus, die selbst hinter der dunklen Sonnenbrille (die Benny nahezu immer trägt) so hell erscheint wie ein funkelnder Stern am Nachthimmel. So verwundert es auch nicht, dass am Ende selbst die Million Dollar zu nichts weiter als wertlosem Papier in Bennys Augen geworden ist. Gegen diese Anmut wirken selbst die Killer und sogar El Jefe erbärmlich. Sprachlos lässt einen der Film schließlich zurück. Und nachdenklich. Das ist großes, unerreichtes Kino in seiner beeindruckendsten Form!