Aus der Amazon.de-Redaktion
Zehn Jahre ist es nun bereits her, daß die Hannoveraner ihr selbstbetiteltes erstes Album veröffentlichten. Das Debüt, das mit einem der schlichtesten Cover in der Rockgeschichte daherkam (ganz in weiß und nur den Bandnamen in simplen Druckbuchstaben in der unteren rechten Ecke), sollte der Beginn einer traumhaften Karriere für die Norddeutschen werden. Neun Alben (darunter ein erstklassiger Livemitschnitt und eine Compilation) und unzählige ausverkaufte Tourneen kann das Sextett mittlerweile auf seinem Konto verbuchen. Und ein Ende ist noch lange nicht abzusehen. Das ist auch gut so, denn die Furies gehören ganz einfach zum Besten, was die deutsche Rocklandschaft bisher hervorgebracht hat. Ihre traditionelle, überaus eingängige Rockmusik läßt zu keiner Zeit Rückschlüsse auf ihre Herkunft zu, wodurch sie im Gegensatz zu ihren meisten deutschen Kollegen auch auf internationaler Ebene ein leichtes Spiel haben. Unverkennbares Markenzeichen der Band ist zweifellos Leadsänger Kai Wingenfelder, der auch dem ungewöhnlichsten Song das Fury Brandzeichen verpaßt. Ihr 97er Album Brilliant Thieves ist möglicherweise ihr bis dato relaxtestes und vielseitigstes, denn die Furies verarbeiten in den dreizehn Eigenkompositionen (sowie Neil Young's Out On The Weekend) Unmengen an Einflüssen und nehmen sich nebenbei im Text des Titelsongs noch mal eben kurz selbst auf die Schippe. Besser geht's nicht! --Frank Stöver
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Seit zehn Jahren musizieren die Furys im Schlachthaus - und wie feiert das die Band aus Hannover? Traurige Klezmer-Klänge eröffnen die CD, auch danach wird's - von der zornigen Ska-Nummer "Ship Of Fools" abgesehen - nicht viel lustiger. Doch wie auf ihrem ersten CD-Erfolg "Momo" (1993) malen sie raffinierte Klangbilder und lassen Gitarren, Gesang und Rhythmus zu einer melancholischen Grundstimmung zerfließen. Ein Ohrwurm wie der "Momo"-Hit "Radio Orchid" fehlt, dafür wirkt die Platte reifer und runder.
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Das siebte Album des Hannoveraner Sextetts um die Brüder Kai und Thorsten Wingenfelder geriet alles andere als verflixt. Im Gegenteil, es geriet - teilweise - verflixt gut. Denn die Truppe zehrt auch im zehnten Jahr ihres Bestehens erfolgreich von den Stärken, die ihr 1993er Album "Mono" bis in den Gold-Status hievten: griffige Songs zwischen hartem Rock und melancholischer Ballade, mit Refrains, die sich auf Anhieb einprägen. Bestes Beispiel für die fast perfekte "hookline": die als Single ausgekoppelte Midtempo-Nummer "Bring Me Home". Vor allem aber die heiser-intensive Stimme von Kai Wingenfelder verleiht dieser Band Profil und Wiedererkennungswert. Und wo ihre tonale Bandbreite nicht mehr ausreicht, sorgt - U2s Bono läßt grüßen - elektronische Verfremdung wie in "Afternoon In The Cemetery" für Abwechslung. Apropos Abwechslung: Ungewöhnlich das Klezmer-Intro, lustig die deutschen Zwischenbemerkungen bisweilen. Manchmal geht das "Wir-müssen-auch-mal-was-anderes-einbringen" aber auch daneben wie im etwa monotonen "Don't Slow Down" und im holprigen "Ship Of Fools". Ansonsten stimmt die Mischung. Und im Titelsong verrät die Truppe selbstironisch ihr Erfolgsrezept: "We're just brilliant thieves". Woher am liebsten gemopst wurde, erfahren wir auch: "It Sounds A Little Bit Like R.E.M. ...". Macht aber nichts, besser clever geklaut als mies inspiriert.
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