Nach ca. 50-jähriger Erfahrung als Schallplatten- bzw. CD-Hörer ist mir nun die Aufnahme dieses bis dato mir nicht bekannt gewesenen Werks in die Hände gefallen , und weil es die CD fast schon "geschenkt" gibt , habe ich sie erworben und zu Hause mit Neugier , aber ohne große Erwartungen aufgelegt. Handelt es sich doch um eine kaum gespielte Oper , und das muss ja seine Gründe haben. Das Hörerlebnis war dann (positiv) niederschmetternd und sehr berührend. 30 Jahre Krieg enden am 24. Oktober 1648 , dem Tag des Westfälischen Friedens. Der Festungskommandant, ein alter Haudegen , kann sich eine Welt ohne Krieg schon gar nicht mehr denken. Und dann , als der Friedensschluss bekannt wird , die immer mächtiger werdenden Freudengesänge der Bevölkerung der bisher belagerten , ausgehungerten Stadt ! Man stellt sich vor, dass nicht nur die Bühne , sondern alle verfügbaren Flure und sonstigen Freiflächen des Opernhauses sich mit jubelnden Chören füllen... Einfach groß und überwältigend (manch einer wird das Ganze vielleicht eher einen "lärmenden Schinken" nennen, aber solche "Super-Kritiker" gibt es ja immer). Mich beeindruckt das Werk, zumal es von den Beteiligten hervorragend dargeboten wird. Deshalb kann ich die Anschaffung der CD nur uneingeschränkt empfehlen. Und warum wird die Oper kaum gespielt? Nun, bei kurzer Spieldauer (ca. 76 Minuten) ist eine Menge Personal erforderlich, und das will oder kann sich heute kaum noch ein Opernhaus bzw. Plattenhersteller leisten. In der Richard-Strauss-Stadt Dresden ging das anscheinend. Beneidenswert!